Wohltuende Märchen

Luisa Francia: Die Schatzhüterin. Klassische Märchen neu erzählt

 

208 Seiten, erschienen 2011, gebunden, Nymphenburger Verlag, ISBN 978-3-485-01357-4
In vielen ihrer Bücher erzählt Luisa Francia neue, befreiende Märchen, in denen Frauen weiblich sein und leben können. „Die Schatzhüterin“ ist eine Märchensammlung, die einige dieser Geschichten enthält, zum Beispiel „Die Prinzessin, die nicht mehr lachte“. Dazu erzählt Luisa Francia patriarchal verdrehte, von Gewalt durchdrungene Klassiker wie „Rotkäppchen“, „Dornröschen“, „Schneewittchen“ oder „Die roten Schuhe“ neu. 

Aus dieser wohltuenden Perspektive spüren wir ihre ursprüngliche Botschaft. Auch Kinder genießen es sehr, solche Geschichten immer wieder zu hören. Sie vermitteln ihnen die Selbstverständlichkeit einer gesunden starken Mutter, einer weisen, unterstützenden Großmutter und zurückhaltender Männer, die eine natürliche Ordnung nicht stören oder gar gewaltsam dagegen vorgehen. Die Hexe, die Drachin oder die Wölfin werden zu kraftvollen Verbündeten. Eine Prinzessin, die aus sich selbst heraus ihr Glück findet und vor nichts und von niemandem gerettet werden muss, schenkt Kraft und Lebensfreude. Prinzen, die sich vorbildlich verhalten, werden zu Vorbildern für einen respektvollen Umgang mit Frauen, Kindern und der Natur. Weibliches Sein wird wieder lebendig.

Luisa Francia: Weidenfrau und Wiesenkönigin. Magie und Heilwissen aus der Natur

 

156 Seiten, nymphenburger Verlag, gebunden, illustriert mit vielen Fotos, erschienen 2009, ISBN 978-3- 485-01169-3
Luisa Francia beginnt mit der Erzählung, wie sie früher mit Pflanzen umgegangen ist. Sie habe „unersättlich und gierig alles mitgenommen“, was eine Heilwirkung versprach. Doch ihre Erfahrung, dass nicht jede Heilpflanze oder jedes Heilkraut „nach Vorschrift“ wirkt, brachte sie zu der Erkenntnis, dass es nicht um das Wissen um die Heilwirkung geht, sondern um die Kommunikation mit der Pflanze - „ums Fühlen, ums Riechen, ums Wahrnehmen.“
 
Die Autorin bringt ihren LeserInnen auf die für sie typische erdverbundene Weise nahe, wie das moderne Konsumverhalten auf den Umgang mit Heilpflanzen abfärbt. „Wenn wir einfach leben und im Verlauf dieses Lebens nehmen würden, was wir zum Leben brauchen, wäre das Gleichgewicht gar nicht gestört.“ Das Problem liegt im Horten, Benutzen und Wegwerfen der scheinbar nutzlosen Dinge. „Aber warum sollen uns Pflanzen, Steine, Tiere und andere Wesen um uns herum helfen wollen ja heilen, wenn wir sie immer nur ausbeuten und benutzen wollen?“ fragt Luisa Francia. Wie bei den Menschen ist es wichtig, dass wir Beziehungen eingehen, die von tiefem gegenseitigem Verständnis und Verbundenheit getragen sind. Wenn unser „Körperuniversum mit den kleinen Völkern, den Botenstoffen, den Bakterien, Viren, Enzymen, Hormonen“ mit einer Heilpflanze „mit ihren vielfältigen Seinsebenen von Düften, Schwingungen, Farben“ kooperiert und die Heilsubstanz umgekehrt mit ihm, kann eine Heilwirkung eintreten.
Wenn nicht, macht uns die Pflanze eben nicht gesund oder sie löst gar eine allergische Reaktion aus. Wie wir es von Luisa Francia gewohnt sind, öffnet sie ihren LeserInnen erst einmal die Augen und verändert ihren Blickwinkel auf das Thema. Wie immer wird Magie bei ihr dadurch zur überraschend handfesten Praxis, die sogar in unserer Zeit recht einfach umgesetzt werden kann. Um die Freundschaft mit Pflanzen zu suchen, braucht es keine Zauberei, sondern ein offenes Bewusstsein und die Liebe zur Natur und zum Leben. Wer in Beziehung zu Pflanzen oder Steinen lebt, wird ganz neue Erfahrungen mit ihnen machen können. In Luisa Francias Buch lernen wir sie wirklich kennen - die Wiesenkönigin „Mädesüß“, die nichts mit einem süßen Mädchen zu tun hat, sondern mit „Met“. Ihre Sprache ist ihr Duft, der so süß ist, dass die Bienen und Hummeln, die sich auf ihren Blüten niederlassen, „ sich gar nicht lösen können vor Glückseligkeit.“Oder die Weidenfrau, deren „Magie darin besteht, das verletzte Gleichgewicht zwischen den Menschen und der Natur zu heilen.“ Das Buch stellt viele heilsame Verbindungen her, auf die wir vorher vielleicht noch gar nicht gekommen sind. Im praktischen Teil hat Luisa Francia wieder viele Rituale und Rezepte für Tees, Tinkturen und Blütenessenzen zusammengestellt und gibt Anregungen zum Kräutersammeln oder für Heilwanderungen.

Gerda Buchberger, Eva-Maria Rapp: Von Sonnenbraut, Mutterwurz und Weiberkraut. Begegnungen mit Heilpflanzen

 

272 Seiten, zahlreiche farbige Abb., Broschur, erschienen 2013, Christel Göttert Verlag, ISBN 9783939623427 

Gerda Buchberger und Eva-Maria Rapp haben jahrzehntelange Erfahrungen mit Kräuter-Seminaren und wirken in der Tradition der heilenden Weiber, die beim Kräutersammeln ihre geistig-seelischen Heilkräfte stärken, um sie an die Welt weiterzureichen. Die Autorinnen beschreiben die medizinischen und feinstofflichen Wirkungen der verschiedenen Heilpflanzen und ihre Anwendungs- und Zubereitungsmöglichkeiten. Darüber hinaus vermitteln sie einen tieferen Einblick in das Wesen der Pflanzen. Ihre persönlichen Erlebnisse ergänzen sie durch kulturgeschichtliche Hinweise und mythologische Bezüge. UF

 

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH; Christel Göttert Verlag