Ein Jahr voller Fragen

 

Erfahrungsbericht von Claire Daniels

 

Alles begann mit einem mulmigen Gefühl. In der Sonne in einem Straßencafé, den Cappuccino vor uns. Im März 2020 wussten wir bereits von einem noch unbekannten chinesischen Mikroorganismus, und die junge Frau, die uns bediente, wischte den Tisch zur Sicherheit mit einem Desinfektionsmittel ab.

An den Flughäfen herrschte noch regulärer Betrieb. Meine Tochter freute sich auf einige Wochen im fernen Urlaubsparadies. Ich hatte von Quarantäne-Maßnahmen gehört, und sie in dieser unklaren Situation so weit weg zu wissen, bereitete mir Sorgen. In den darauf folgenden Wochen erhielt ich viele Fotos und war beruhigt, mein Kind mit entspanntem Gesicht und strahlenden Augen in malerischer Kulisse zu sehen.

 

Inzwischen verfolgten wir die täglich berichteten Infektionszahlen. Als die Einsperrungen begannen, wurde ich unruhig. Ich hörte, auch im Urlaubsparadies habe sich die Angst machende Kunde nun verbreitet. Europäische Touristen seien dort plötzlich gar nicht mehr willkommen. Wie froh und erleichtert war ich, dass die gebuchte Airline sie am Ende des Monats noch nach Hause flog.

 

Obwohl ich die erste Zeit der Einsperrung nachvollziehen konnte, fühlte ich eine tiefe Traurigkeit. Mein Bauchgefühl signalisierte mir, dass irgendetwas nicht stimmte. Und im Kopf tauchten die ersten Fragen auf: Wieso durften die einen arbeiten, die anderen nicht? Wieso waren die einen Geschäfte geöffnet, die anderen nicht? Wieso schlossen die einen die Grenzen, die anderen nicht? Wieso durfte ich im überfüllten U-Bahn-Wagen sitzen? Wieso wurde ich zur Gefährdung für andere, obwohl ich kerngesund war?

 

Als der Sommer Einzug hielt, sah ich viele, die offenbar so verängstigt waren, dass sie sogar im Freien oder allein im Auto einen Mundschutz trugen. Ein Grusel-Szenario überall: kein Lächeln war mehr zu sehen. Viele gingen anderen aus dem Weg, und nicht selten hörte ich, dass Menschen ohne Maske böse Worte hinterher gezischt wurden. Warum wussten viele offensichtlich nichts von davon, dass 48 Studien verfügbar waren, aus denen hervorgeht, dass das Tragen von Masken die Gesundheit schädigen kann?

 

Immer mehr Fragen tauchten auf: Wieso wurde die Zahl der Gesundeten nicht von der Zahl der Infizierten abgezogen? Wieso wurden mit ständig mehr Tests der eingeführte R-Wert und später der Inzidenz-Wert nach oben getrieben? Wieso wichen die meisten Nachrichten bei Menschen mit positivem Testergebnis nicht von der Formulierung „Infizierte“ ab, selbst wenn diese keine Krankheitssymptome hatten? Wie kam es zu den hohen Raten an falsch-positiven Testergebnissen? Wieso lauteten Todesursachen bei positivem Test, aber zusätzlichen anderen Erkrankungen, nur auf die Seuche? Warum wurden Obduktionen untersagt?  

Viele angesehene Mediziner, Wissenschaftler und Juristen, beispielsweise aus dem außerparlamentarischen Untersuchungsausschuss, lieferten in inzwischen 46 Sitzungen (Stand 02.04.2021; Stiftung Corona Ausschuss) fundierte Antworten auf all diese Ungereimtheiten. Ergebnis am Jahresende: Die Sterberate 2020 lag unter dem Wert der vergangenen Jahre, zum Beispiel 2016, 2017 und 2018, und bei einem Durchschnittsalter von 83 Jahren (www.destatis.de; Sonderauswertung Sterbefälle). Verglichen mit anderen Jahren ergab sich, dass die Sterblichkeit im Bereich unter einem Prozent liegt, also rund 99 Prozent der Bevölkerung nicht von der Krankheit betroffen sind oder lediglich Symptome einer normalen Erkältungskrankheit haben.

Doch warum wurden diese fachkundigen Menschen mit Rang und Namen nicht gehört? Warum wurden sie zensiert, verunglimpft, ausgegrenzt und bedroht? Warum verbreiteten die Massenmedien unisono Angst und giftige Propaganda? Warum beschäftigten sich viele nicht mit auf Fakten basierenden Gegendarstellungen und verifizierbaren Quellen, die leicht zu finden sind, so dass sie die Angst vor einer Gesundheits- oder Lebensbedrohung und das Misstrauen gegenüber Andersdenkenden hätte verlieren können? Warum gab es Mobbing gegen Aufklärende in Kollegenkreise, Nachbarschaften, Freundschaften und Familien?

Auch auf diese Fragen wurden viele fundierte Antworten gegeben. Trauma-Therapeuten erklärten die entstandene Täter-Opfer-Dynamik und die psychologischen Ursachen dieses irrationalen Verhaltens. In Interviews, Videos, Artikeln und Büchern machten sie die beobachtbare Abwehr-Haltung verständlich und bemühten sich unermüdlich darum, einen heilsamen Dialog herzustellen.

Wo blieb die junge Generation in diesem beispiellosen Jahr? Ich sah sie auf Demos, die von den Verstößen gegen und die Entziehung von Grund- und Menschenrechten im eigenen Land ablenkten, aber wenige auf denjenigen, die für Meinungsfreiheit und ein selbstbestimmtes Leben für alle Menschen einstehen. Nach ihrem Schweigen gefragt, hörte ich Sätze wie: „Wir glauben an das gefährliche Virus. Wir glauben daran, dass die Wissenschaft das Richtige sagt und die Regierung es gut mit uns meint. Wir glauben daran, dass die Medien uns wahrheitsgemäß informieren. Bald wird alles wieder ganz normal sein. Wir werden unsere Freiheit wieder bekommen.“ Warum glaubten sie einfach und wurden nicht neugierig?


Auch dieses Phänomen beantworteten die Psychologen. Die jungen Erwachsenen seien mit dem komplexen Geschehen überfordert. Oder sie lehnten aus Angst ab, sich mit der verstörenden Realität auseinanderzusetzen. Als Mutter fühle ich mit ihnen. Ich kenne den Schmerz der Ent-Täuschung. Sehr vielen von uns macht in dieser Zeit etwas Angst. Wenn es um unsere gemeinsame Zukunft geht, könnten wir vielleicht mit einer Frage ins Gespräch kommen: „Wie fühlst du dich jetzt gerade?“ 

                  

UF/CD/Fotos: UM 

Informationen zur Datengrundlage finden Sie zum Beispiel unter www.destatis.de, www.euromomo.eu