Frohe Botschaft

Karsten Risseeuw: Feuer und Vision. Paulus und die Gemeinde aus allen Nationen

 

504 Seiten, gebunden oder Softcover, erschienen November 2025, Verlag/Hersteller tredition, ISBN 9789083630014

 

Zu den Texten der Bibel verbreiteten sich bis heute unterschiedliche Auslegungen. Inzwischen soll es weltweit ungefähr 45.000 christliche Denominationen geben, die sich in ihrer Lehre und ihrem biblischen Verständnis unterscheiden. Schon Luther bekämpfte die Abweichungen von der ursprünglichen Schrift und die daraus folgenden Missverständnisse.

 

Einer, der oft falsch interpretiert wird, ist der Apostel Paulus, der Verfasser der meisten Briefe im Neuen Testament. Über seinen Weg und seine Berufung zum 13. Apostel der Nationen berichtet die Apostelgeschichte. Der holländische theologische Autor Karsten Risseeuw hat Paulus nun ein umfassendes Werk gewidmet. Er eröffnet mit seinen Betrachtungen eine neue Perspektive: „Was er (Paulus; Anm. d. Red.) schreibt, ist oft umwerfend neu. Er enthüllt Geheimnisse wie kaum ein anderer in der Bibel“ (S. 11, Z. 1 f.).

 

Auch werde Paulus oftmals zitiert, wenn es um die Rolle der Frau geht (vgl. S.11, Z. 10). Tatsächlich werden Frauen und Männer von Bibellehrern und Predigern in Gemeinden und im Internet mit Auslegungen konfrontiert, die von einer „Unterordnung“ und „Unterwürfigkeit“ der Frau sprechen, wie beispielsweise im 1. Brief an die Epheser (Eph 15, 23) oder an Timotheus (1Tim 9-12).

 

Für gläubige Frauen ist das 5. Kapitel des Buches „Feuer und Vision“, das sich ausführlich mit der Stellung der Frau in der Bibel befasst, besonders spannend. Darin klärt Karsten Risseeuw über den historischen Kontext auf, in dem die oftmals falsch interpretierten Zitate aus den Paulusbriefen stehen: nämlich allgemein im Zusammenhang mit einer patriarchal geprägten Welt (vgl. S. 56, Z. 1) und mit einer Zeit der Vorherrschaft der Frauen in Ephesus, begründet in dem dort herrschenden Kult um die Göttin Artemis (lat. Diana). Paulus trat sowohl dem Patriarchat als auch dem Götzendienst in Ephesus entgegen, der dort bereits seit etwa 560 v. Chr. in dem gewaltigen Artemis-Tempel zelebriert wurde.

 

Für Paulus sollen alle Menschen in der Gemeinde jedoch eine gleichwertige, ebenbürtige Position erhalten (vgl. S. 57, Z. 1 ff.). „Paulus korrigiert die spezielle Situation in Ephesos“

(S. 60, Z. 1). Das sei, so Karsten Risseeuw, auch der Grund, dass man davon in keinem anderen Brief hört, den Paulus an andere Gemeinschaften geschrieben hat (vgl. S. 60, Z. 1 ff.). Paulus verkünde weder Chauvinismus noch Feminismus, vielmehr lehre er: „Ordnet euch einander unter in der Ehrfurcht Christi“ (Eph 5, 21).    

 

Der Titel „Feuer und Vision“ erhellt noch viele weitere biblische Fragen rund um die Themen des Paulus. Die Betrachtungsweise des Autors kann zu ebenso umwälzenden neutestamentlichen Erkenntnissen führen wie die überlieferten Verkündigungen des Paulus. Ein authentisches Buch, das für aufgeschlossene Gläubige viele Antworten bereithalten kann.

 

Hinweis: Inhaltlich bietet „Feuer und Vision“ viele interessante Fakten und Gedanken. Es irritiert jedoch, dass das Buch sprachliche Schwächen und viele Rechtschreibfehler enthält, die beim Lesen stören.

Weitere Infos finden Sie unter: www. kernbeisser.ch und auf dem YouTube-Kanal „Kernbeisser – Gedanken zur Bibel“.

UF/Cover: mit freundlicher Genehmigung von Karsten Risseeuw

Regula Lehmann, Nicola Vollkommer: Wenn Kinder andere Wege gehen.

Wie Beziehungen in Klarheit und Liebe möglich bleiben. Ein Eltern-Navi.

 

168 Seiten, Klappenbroschur, erschienen 2022, 3. Auflage 2024, Fontis Verlag, ISBN 9783038482505

 

Was tun, wenn Töchter oder Söhne sich von der Familie abwenden oder auf Abwege geraten und ihren Mütter und Vätern damit viel Leid zufügen? „Eine Wut stieg in mir hoch, als ich sah, was auch ein erwachsenes Kind noch immer mit seiner Mutter anrichten kann und welche Macht es über sie hat“, so schildert Nicola Vollkommer ihre Empfindungen, als Mütter auf einem Frauentag von ihren Problemen erzählen (S. 42).

 

Die Autorinnen lassen in Erfahrungsberichten und Interviews „beide Seiten“ zu Wort kommen. Sie geben Anregungen, wie es gelingen kann, in einer liebevollen und wertschätzenden Beziehung miteinander zu bleiben – und dies „in einer Gesellschaft, die sich mit militantem Eifer immer mehr von christlichen Normen verabschiedet“ (S. 45). Ohne „blauäugig“ zu sein, bestärken sie ihre Leserinnen und Leser, im Vertrauen auf Gottes gutes Werk immer wieder Mut, Hoffnung und Kraft zu schöpfen.

 

Beide Autorinnen sind im christlichen Glauben verwurzelt. Ihre Perspektive kann auch Nicht-Christen inspirieren. 

 

Hinweis: Die Erkenntnis über einen Irrweg kann am Beginn einer wahren Beziehung zu Gott stehen. Eine Bekehrung zum christlichen Glauben bedeutet jedoch nicht automatisch, dass hier keine theologischen Irrlehren lauern. Die Bibel warnt vor falschen Lehrern und menschengemachten Dogmen und Auslegungen, die über die Lehre der Bibel hinausgehen. Ehrlich gemeinte Nachfolge Jesu Christi bedeutet, Aussagen von Menschen in Predigten, Videos oder Büchern anhand der Bibel zu prüfen und dem Wort Gottes und der Lehre seines Sohnes Jesus Christus zu folgen.  

  

UF/Cover: mit freundlicher Genehmigung von Fontis Media GmbH