Heilung durch Regulierung des Nervensystems

In etwa den ersten drei bis zehn Lebensjahren bildet sich das Ich des Kindes anhand der Prägung seines Nervensystems. Das Nervensystem wird zu dem, was das Kind erlebt. Wächst es in einer sicheren Verbundenheit auf, kann es sich sowohl gut mit anderen Menschen verbinden, als auch seine Autonomie leben, ohne sich zu trennen. Das heißt, es kann sowohl in Kontakt mit anderen treten und dabei sein Ich erhalten, als auch sich abgrenzen, seine Bedürfnisse mitteilen und sich schützen.

 

„Wir kommen mit der Anlage in diese Welt, zu anderen Menschen in Verbindung zu treten. Von unserem ersten Atemzug an streben wir uns ganzes Leben lang danach, uns in unserem Körper, der Umgebung, in der wir uns aufhalten und in unseren Beziehungen zu anderen Menschen sicher zu fühlen. Das Autonome Nervensystem ist unser persönliches Observationssystem, das ständig in Einsatz ist und unablässig fragt: ‚Ist dies sicher?‘“ (Deb Dana: Die Polyvagal-Theorie in der Therapie).

 

Dr. Stephen Porges, der Begründer der „Polyvagal-Theorie“, prägte den Begriff „Neurozeption“ für die Wahrnehmung des  Nervensystems, ob es eine Situation als sicher oder bedrohlich einschätzt. Die Neurozeption liefert beispielsweise eine Erklärung dafür, warum ein Baby bei einer vertrauten Bezugsperson entspannte Laute hervorbringt oder lächelt, jedoch zu weinen anfängt, sobald sich eine fremde Person nähert oder es gar berührt.

 

Das Nervensystem als Lebensbasis

Der Begriff zentrales Nervensystem umfasst das Gehirn und das Rückenmark. Der Gehirnstamm setzt sich in der Medulla Oblongata ins Rückenmark fort. Alle Nervenbahnen laufen hier durch und verzweigen sich in die verschiedenen Körperteile. Die Gehirnforschung zeigt heute ein dreigliedriges autonomes Nervensystem: den Sympathikus und den zweiteiligen Parasympathikus oder Vagus.

 

Dr. Stephen W. Porges, Professor für Psychiatrie und Biomedizintechnik, veröffentlichte 1995 seine Polyvagal-Theorie, die sich in der Therapie und Selbstregulierung wirkungsvoll umsetzen lässt, so dass komplizierte, langwierige Methoden nicht mehr notwendig sind. Stephen Porges machte die wichtige Entdeckung, dass sich der Vagus-Nerv in einen entwicklungsgeschichtlich jüngeren, ventralen Ast („zum Bauch“ verlaufend) und einen älteren, dorsalen Ast („über den Rücken“ verlaufend) aufteilt. Polyvagal bedeutet, dass der Vagus mehrere Funktionen hat.

 

Der dorsale Vagus ist nicht vom Willen beeinflussbar. Er steuert die Herztätigkeit, die Atmung und das Verdauungssystem. Bei Lebensgefahr schaltet er die Organe auf Minimalbetrieb und den ventralen Vagus und die Verbindung zu den höheren Gehirnregionen ab.  

 

Der ventrale Vagus-Ast ist der zehnte Hirnnerv. Es gibt ihn erst ab der Entwicklungsstufe der Säugetiere. In Verbindung mit den vier Hirnnerven V, VII, IX und XI, die unsere Sinneseindrücke bei sozialem Kontakt verarbeiten wie Stimmen, Mimik oder Augenbewegungen, ermöglicht er, in Resonanz mit anderen Menschen zu gehen (Spiegelneuronen). In Verschaltung mit dem Neocortex aktiviert er schließlich die soziale Interaktion - wie wir kommunizieren und Kontakt herstellen (Social-Engagement-System).

 

Bei Aktivierung des ventralen Vagus erleben wir Verbundenheit, Mitgefühl, Frieden, Freude, Ruhe und Liebe. „Wir sehen das große Bild und treten zur Welt und anderen Menschen in Kontakt“, beschreibt Deb Dana die regulierende Wirkung dieses Nervs. Der ventrale Vagus hemmt den Sympathikus und reguliert damit das durch ihn mobilisierte, aggressive Verhalten, das im Kampf-Flucht-Modus überwiegt.

 

Nehmen wir nämlich eine Bedrohung wahr, übernimmt der Sympathikus die Regie. Wir reagieren mit Stress, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt und die Atmung wird kurz und flach. Tiefes Einatmen und schnelles Ausatmen regt den Sympathikus an und macht den Körper bereit für Kampf oder Flucht. Im Gehirn schalten das limbische System und der Neocortex ab, unsere soziale Interaktion und das vorausschauende Denken.

 

Wenn Kampf oder Flucht aussichtslos erscheinen, wird zusätzlich der dorsale Vagus mobilisiert. Dieser Ast des Vagus-Nervs löst den Totstell-Reflex aus, das Erstarren oder Einfrieren (freeze). Es kommt zu einer Art Notabschaltung von Körper, Geist und Gefühlen. Die Reaktion dient dem Überleben, „wenn wir in der Falle sitzen und durch Aktivität nichts erreichen können“ (Deb Dana). Die letzte Defensivmaßnahme wird eingeleitet, wenn nur noch der dorsale Vagus aktiv ist und der Körper kollabiert (Shut down).

 

Gesunde Entwicklung des Nervensystems

Der Entwicklungsbiologe John Medina hebt hervor, dass die „beständige mütterliche Fürsorge evolutionsbedingt notwendig ist“, weil das Menschenbaby mit einem unreifen Gehirn auf die Welt kommt. Wenn ein Baby „in Sicherheit badet“, kann sich das Gehirn „wunderbar entwickeln“ (zitiert in Vimala Schneider McClure: Babymassage).

 

Die erste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Nervensystems ist die sichere Mutter-Kind-Bindung, die bereits während der Schwangerschaft durch die verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Mutter und Kind entsteht. Das Kind teilt der Mutter seine Gefühle und Bedürfnisse mit. Durch ihre die positive Reaktion darauf lernt das Baby, ihr zu vertrauen. Neurophysiologisch stellt sich der Zustand von Sicherheit in seinem Nervensystem ein, weil die Bedürfnisse des Babys erfüllt werden. Andernfalls „nimmt seine Entwicklung einen anderen Verlauf“ (John Medina).

 

Damit die Mutter diese Bindung durch ihre Liebe und Fürsorge herstellen kann, indem sie kontinuierlich mit ihrem Kind in Kontakt ist und seine Bedürfnisse erfüllt, ist es ebenso wichtig, dass auch die Mutter Zuwendung und Unterstützung von Personen erhält, die sie kennt und denen sie selbst vertraut, und ihre Existenz gesichert ist. In matriarchalen Gesellschaften ist dies immer der Fall (Mutterlandbriefe 17; https://matriacon.net/mutterlandbriefe/2019/mutter-und-baby-bei-den-mosuo). 

 

Die sichere Bindung zur Mutter bietet dem Kind das „Containment“ im Außen. In der psychologischen Vorstellung bedeutet Containment „sicheres Gehaltenwerden“. Die Mutter schützt und hält das Kind, sie nimmt Blickkontakt mit ihm auf und hört ihm zu, so dass es die vielfältigen Eindrücke und Gefühle verarbeiten kann. Denn Angst und starke Emotionen überfordern es. Es kann sie noch nicht regulieren. In einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung bringt die Mutter durch liebevolle Fürsorge, Beruhigung und Erdung das Kind wieder ins Gleichgewicht.

 

Die Kinderpsychologin Margot Sunderland beschreibt, was dabei im Gehirn geschieht: „Mit  beständiger emotionaler Zuwendung entwickeln die Frontallappen wichtige Nervenbahnen, die dem Baby allmählich dabei helfen, die Alarmzustände in den unteren Gehirnregionen zu steuern“ (Die neue Elternschule. Kinder richtig verstehen und liebevoll erziehen). Diese „Co-Regulierung des Nervensystems durch die Mutter“ verhindert eine Überflutung oder Überreizung des Kindes. Sie „fördert ein Gefühl der Geborgenheit und Verbundenheit“. (Deb Dana) Dadurch wird sein Zustand von Sicherheit wieder hergestellt und sein Nervensystem reguliert sich.

 

Auf diese Weise wird das noch nicht mit dem Cortex verdrahtete limbische System allmählich mit diesen höheren Gehirnregionen verschaltet, die für die soziale und emotionale Entwicklung, Kommunikation und Beziehungen zuständig sind. Die Mutter-Kind-Beziehung bildet damit auch das Fundament für die gesunde Beziehungsfähigkeit und die sozialen Kompetenzen des Kindes wie Mitgefühl, Verständnis, Einfühlungsvermögen und Liebe. 

Bindungs- und Entwicklungstrauma

Dauerstress schädigt das Gehirn, besonders solange es sich noch in der Reifung befindet. Die oberen Gehirnregionen (der Präfrontalcortex) überlassen den unteren (dem limbischen System und dem Gehirnstamm) die Führung, da die Überlebensinstinkte dominieren. Wenn die Nervenfasern, die das emotionale Gehirn (das limbische System) mit dem rationalen Gehirn (dem Präfrontalcortex) verschalten, nicht gut entwickelt sind, wird das Kind von Angst, Wut oder Übererregtheit überflutet. Es weiß nicht, wie es diese Gefühle selbst regulieren kann. Sein gesamtes Nervensystem ist überreizt und kann sich nicht mehr entspannen.

 

„Das Kind gerät in einen Zustand erhöhter Erregung oder es bricht völlig zusammen, wenn es dauerhaft in einem schädlichen Umfeld voller Gewalt oder Vernachlässigung aufwächst. Im Körper kommt es zu einer Unterreaktion („Hypocortisolismus“). Der Blick des betroffenen Kindes wird ausdruckslos und es zieht sich völlig zurück“ (John Medina: Brain Rules für Ihr Baby. Wie neurowissenschaftliche Erkenntnisse helfen, dass Ihre Kinder schlau und glücklich werden). Das Nervensystem eines traumatisierten Kindes verharrt im mobilisierten Zustand des Stammhirns, auch „Reptiliengehirn“ genannt, da Reptilien diesen Totstell-Reflex besitzen und keine Verbindung zu anderen Lebewesen herstellen.

 

Menschen sind die einzigen Säugetiere, die bereits Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder viel zu früh von ihren Müttern trennen. Im Kommentar zu einer Studie, die den Unterschied der Herz- und Atemfrequenz und der Verdauung von Neugeborenen, die Hautkontakt mit ihren Müttern hatten, mit denen von Babys verglich, die neben dem Bett der Mutter schliefen, heißt es: „Die vorliegende Untersuchung weist darauf hin, dass die Trennung von der Mutter ein Hauptstressfaktor für den Säugling ist“ (aus: „Biological Psychiatry“, zitiert in Vimala Schneider McClure: Babymassage). Die Bindungstheorie hat längst belegt, dass „Brüche im Kontakt zwischen Säugling/Kleinkind und Mutter prinzipiell traumatisch sind“ (Laurence Heller, Aline Lapierre: Entwicklungstrauma heilen).

 

Trauma ist ein Notzustand, der in Folge einer Schutzreaktion des Nervensystems eintritt, wenn es sich nicht wieder reguliert. Wenn das Nervensystem langfristig in diesem Zustand der Gefahr oder Lebensbedrohung gefangen bleibt, beeinträchtigt er später auch das Leben des Erwachsenen und wird als Leiden erlebt - in Form von einem Entwicklungs- oder Bindungstrauma. Wir sind immer noch erstarrt und können nur mit Hilfe von Kompensationen überleben.

 

Da das Nervensystem aus der Kindheit geprägt ist, leben wir also immer noch in der Kindheit. Die Neurozeption, die Wahrnehmung des Nervensystems, liefert daher in der Gegenwart verzerrte Eindrücke und „unser Nervensystem lügt“, wie es der Trauma-Therapeut Gopal Norbert Klein ausdrückt. Wir reagieren auch in einer sicheren Situation so, also ob immer noch die frühere Bedrohung vorhanden wäre, was sich auf unsere Beziehungen und die unterschiedlichen Lebensbereiche auswirkt (siehe hierzu unter www.traumaheilung.net). Daher ist vieles, was wir in der Welt erleben, „in Wirklichkeit die Welt, die wir erinnern“ (Laurence Heller, Aline Lapierre).

 

Zur Kompensation können sich Symptome entwickeln wie Depression, Angst-, Schlaf- oder Essstörungen, Dissoziation (Distanzierung vom Selbstempfinden) oder körperliche Krankheiten. Der Kontakt und die Kommunikation sind eingeschränkt oder es findet womöglich ein völliger Rückzug aus dem sozialen Umfeld statt. Symptome regulieren das Nervensystem soweit, dass wir im Alltag funktionieren können (www.traumaheilung.net).

 

Dr. Stephen Porges erklärt, dass beispielsweise bei Essstörungen oder beim Rauchen die Gesichtsmuskeln so bewegt werden wie bei sozialem Kontakt (Gesicht-Herz-Verbindung des ventralen Vagus). Dies vermittelt dem Nervensystem einen Eindruck von Verbundenheit, so dass es sich beruhigt. Als Symptom betrachtet informieren uns Essstörungen oder Sucht sozusagen darüber, wo die Selbstregulierung und die Co-Regulierung noch nicht gelingen.

 

Regulierung des Nervensystems

Die Polyvagal-Theorie liefert eine Erklärung, „warum neuronale Reaktionen nach einer lebensbedrohlichen Reaktion in eine defensive Richtung gelenkt“ werden, wodurch die „Resilienz abhandenkommt“, die uns helfen würde, „in einen Zustand der Sicherheit zurückzufinden“ (Stephen Porges, zitiert in Deb Dana: Die Polyvagal-Theorie in der Therapie).    

 

Der Sympathikus reguliert sich durch Bewegung wie zum Beispiel bei sportlicher Betätigung. Bei einer Mobilisierung des Sympathikus im Zustand der Sicherheit ist zusätzlich der ventrale Vagus aktiviert, wenn wir spielen, tanzen oder singen. Ist nur der ventrale Vagus mobilisiert, versetzt und dies in einen Zustand, der tiefer Meditation gleicht und zu spirituellen Erfahrungen führen kann. Der dorsale Vagus beruhigt sich im Zustand von Sicherheit und Verbundenheit. Seine Immobilisierung zeigt sich zum Beispiel beim Stillen oder Kuscheln. (Siehe hierzu unter www.traumaheilung.net)

 

Deb Dana bezieht sichere Berührungen (Therapeutic Touch) in ihre therapeutische Arbeit ein, da achtsame Berührung wie zum Beispiel das Auflegen einer Hand auf den Rücken den ventralen Vagus aktivieren kann, wodurch zusätzliche Sicherheit erfahren wird. (Die Polyvagal-Theorie in der Therapie) 

 

Die Co-Regulierung des Nervensystems findet zuerst in der Bindung und Beziehung zur Mutter statt. Später kann sie auch durch das ehrliche Mitteilen der eigenen Zustände im Körper, in den Gedanken und Gefühlen in Beziehungen oder in einer Gruppe geschehen.

 

Das Konzept der lokalen Gruppen nach Gopal berücksichtigt dabei, dass wir von anderen gesehen und gehört werden wollen. Die Zuhörenden schenken der oder dem Mitteilenden ihre volle Aufmerksamkeit, ohne zu unterbrechen oder zu kommentieren. In den lokalen Gruppen können wir dieses pure Mitteilen und Schenken unserer Aufmerksamkeit trainieren, da es weitgehend unbekannt ist. In der Gruppenzeit reguliert sich das Nervensystem und damit schaltet das Befinden fast funktional auf Entspannung um, egal, ob sich die Teilnehmenden kennen oder nicht. (Gopal Norbert Klein: Heilung von Beziehungen)

 

Das Nervensystem macht eine neue Erfahrung und reagiert auf die gute Bindungsatmosphäre. Diese Kommunikation und das unmittelbare Wahrgenommen-werden ermöglichen dem Nervensystem, in den Zustand des ventralen Vagus zu kommen, der wiederum die Voraussetzung dafür ist, dass jegliche Kreise, in denen sich Menschen zusammenfinden, gelingen. Wie Dr. Stephen Porges sagt, haben alle Säugetiere, nicht nur die Menschen, durch Kooperation überlebt, nicht etwa durch das Überleben der Stärksten (Neil Sattin: The Science of Safety with Stephen Porges; YouTube).

 

Dr. Stephen Porges empfiehlt daher auch, bereits unsere Kinder zu ermutigen, ihre Gefühle auszusprechen ohne Gefühle von Schuld oder Scham. Denn unsere Reaktionen und Verhaltensweisen sind keine Absicht, sondern folgen unserem neurophysiologischen Zustand (Stephen Porges on the Link Between Feeling Safe and Making Change: PYP 340; YouTube). Dieses Wissen erleichtert uns die Sicht auf Probleme mit uns selbst und mit anderen. Statt unsere wahren Gefühle und Gedanken hinter unseren Reaktionen zu verbergen, können wir sie ehrlich aussprechen und auf diese Weise wieder in Verbundenheit mit dem anderen kommen und unser Nervensystem regulieren.

 

Diese Wirkung wird auch in der NARM-Therapie (neuroaffektives Beziehungsmodell) beschrieben, die einen „Heilungskreislauf in Gang setzt, bei dem die Regulierung des Nervensystems zunimmt, während verzerrte Identifizierungen und Glaubenssätze abnehmen und sich schließlich auflösen“ (Laurence Heller, Aline Lapierre).

 

Zusammenleben in Sicherheit und Verbundenheit

Wie wir in matriarchalen Gemeinschaften sehen können, bleiben Familien mit regulierten Nervensystemen über Generationen hinweg und sogar mit den Ahnen verbunden und teilen ihr Leben nicht nur punktuell (siehe in den Dokumentarfilmen „Mutterland“ und „Wo die freien Frauen wohnen“ von Uschi Madeisky und Dagmar Margotsdotter). Diese Großfamilien erhalten ihre Verbindung und damit ihre Sicherheit über die Mütter und damit das Mütterliche oder die „mütterliche Ordnung des Lebens“.

 

Offenbar basiert diese mütterliche Tradition, in der matriarchale Gesellschaften leben, auf einem Wissen, das inzwischen auch die moderne Wissenschaft erklären kann. Die Gehirnforscherin und Neuropsychiaterin Louann Brizendine fand heraus, dass sich das Gehirn einer Frau ab dem Moment, wo sie schwanger wird, verändert. Das weibliche Gehirn „bildet ein umfangreiches Netzwerk von Schaltkreisen für mütterliches Verhalten aus, die ein Leben lang erhalten bleiben“ (Das weibliche Gehirn).

 

In matriarchalen Gemeinschaften sind Bindungs- und Entwicklungstraumata kaum bekannt. Dort besitzen die Menschen genügend Resilienz, so dass auch Schocktraumata heilen, weil die Sicherheit und Verbundenheit im Mutterclan und der Gemeinschaft fortbesteht. Dies konnte die Dokumentarfilmemacherin Uschi Madeisky von matriarchal lebenden Gemeinschaften auf der Südsee-Insel Palau erfahren, die schwere Traumatisierungen während verschiedener Kolonialzeiten erlitten hatten.

 

Die Regulierung des Nervensystems wirkt heilsam auf Beziehungen, Familien und  Gemeinschaften. Wenn uns die Forschung erklärt, dass Traumata sogar über Generationen hinweg weitergegeben werden, ist nicht nur die individuelle Heilung, sondern auch die Heilung der Gesellschaft tatsächlich ein „Inside Job“ (NARM Training Institute: NARM & Transgenerational Trauma; „Healing the Universe is an Inside Job.“).

 

UF/Fotos, Cover und Video: mit freundlicher Genehmigung von Gopal Norbert Klein, Uschi Madeisky, G. P. Probst Verlag GmbH, Random House Verlagsgruppe GmbH; Katzen: CF 

 

Weitere Informationen und Videos unter www.matriacon.de, www.traumaheilung.net

Das Buch "Heilung von Beziehungen II" als PDF von Gopal Norbert Klein finden Sie hier