Muetterliche Präsenz

Haim Omer, Arist von Schlippe: Autorität ohne Gewalt. Coaching für Eltern von Kindern mit Verhaltensproblemen. „Elterliche Präsenz“ als systemisches Konzept

 

214 Seiten, kartoniert, 11. unveränderte Auflage 2017, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, ISBN 9783525014707
Häufig nehmen Kinder in der Familie das Heft in die Hand - sei es durch respektloses, tyrannisches Verhalten, durch eine körperliche Symptomatik, durch Suiziddrohungen, durch destruktives Verhalten oder offene Gewalt. Besonders Mütter, die allein für ihre Kinder sorgen und in einer patriarchalen Gesellschaft keine Lobby und kein soziales Netz haben, geraten so in eine Situation der Ohnmacht, Resignation und Überforderung. Das Buch stärkt Müttern und Vätern den Rücken und hilft ihnen dabei, die „Lähmung“ ihrer Kraft zu überwinden. Haim Omer hat ein Coaching entwickelt, das auf Gandhis gewaltlosem Widerstand basiert. Mit seinem Co-Autor zeigt er Wege auf, wie Mütter und Väter ihre Präsenz in der Familie wiederherstellen können und „ihre Fähigkeit zu agieren und ihre Stimme wiedererlangen“. Die Kommunikation und Beziehung zwischen den Beteiligten kommt wieder ins Gleichgewicht. Prof. Dr. phil. Haim Omer ist Lehrstuhlinhaber für Klinische Psychologie an der Universität Tel Aviv. Prof. Dr. phil. Arist von Schlippe, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut und Familienpsychologe, hat den Lehrstuhl „Führung und Dynamik von Familienunternehmen“ am Wittener Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke inne und ist Lehrtherapeut für systemische Therapie, Coach und Supervisor (SG).

Heidemarie Brosche: Nervenprobe Pubertät. Wie Eltern sie bestehen können

 

140 Seiten, broschiert, mit zahlreichen Illustrationen von Anna Luchs, 2. Auflage, Atlantis Orell Füssli Verlag, ISBN 783715210346
Zum Glück gehören unsere Teenager nicht mehr zur „Bauchfrei bei Schnee und Eis - Generation“, die inzwischen hoffentlich gesund auf ihr Lebensjahrzehnt als „Twen“ zugeht. Doch auch deren Nachfolgerinnen plagen ihre Mütter mit einem neuen Trend auf dem Weg zur „Freiheit der Persönlichkeit“. Nach dem Motto „barfuss im Regen“ tragen sie ganzjährig Turnschuhe und flanieren im Winter in Minirock und T-Shirt durch Schule und Stadt. Ihre Mütter kontern, indem sie Thermosohlen in die „Chucks“ ihrer Töchter einlegen – und sich über ihre eigenen warmen Füße freuen, während sie sich beim Lesen der „Nervenprobe Pubertät“ immer mehr entspannen.  
Heidemarie Brosche weiß als Mutter von drei Söhnen und Lehrerin aus eigener Erfahrung, wie das Gefühlschaos unserer „Teenies“ die eigene Gefühlslawine ins Rollen bringt. Ihr Buch gibt pubertätsgeplagten Müttern und Vätern Rückenstärkung, damit sie die wichtige, aber anstrengende Entwicklung ihrer Kinder mit Gelassenheit begleiten und selbst mitwachsen können. Die Autorin liefert keine Patentrezepte (die es auch gar nicht gibt),  sondern lässt betroffene Familien zu Wort – Mütter, Väter, aber auch die Teenager selbst. Es tut gut zu lesen, dass wir nicht allein sind mit unseren Wachstumskrisen und die Pubertät bei der überwiegenden Mehrheit der Teenies ein gutes Ende findet. Weil es aber Situationen gibt, in denen Eltern ratlos sind, liefert Heidemarie Brosche Informationen von bekannten Fachautoren wie Jesper Juul und Dr. Jan-Uwe Rogge. Oder Cheryl Benard und Edit Schaffer, die einen zeitgemäßen Blick auf die Pubertät von Jungen werfen. Denn heute ist die Mutter in dieser Phase besonders wichtig, da sie ihren Sohn in seiner Sozialkompetenz und Beziehungsfähigkeit fördern kann. UF
 
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Orell Füssli Verlag, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG