Emotionale Sicherheit für Ihr Kind - der beste Start ins Leben

 

Evelin Kirkilionis: Bindung stärkt

160 Seiten, Broschur, Kösel Verlag, ISBN: 9783466345212
Dass Kinder ein angeborenes Bedürfnis nach Geborgenheit und zuverlässigem Kontakt haben, ist hinlänglich bekannt. Dass es aber bei Erwachsenen auch ein ebenfalls angeborenes "intuitives Elternprogramm" gibt, das erläutert Evelin Kirkilionis in diesem Buch. Wenn es um Erziehung geht, so Kirkilionis, sollten Eltern wieder mehr ihrem Gefühl vertrauen, anstatt sich von äußeren Einflüssen verunsichern zu lassen.

Die Autorin ist Humanethologin, Mitbegründerin der selbstständigen Forschungsgruppe "Verhaltensbiologie des Menschen" und erfahrene Leiterin von Workshops und Fortbildungen.Trotz des komplexen Themas ist Evelin Kirkilionis ein gut verständliches und übersichtliches Buch gelungen. Jeder Teil beginnt mit einem einleitenden Text, der kurz beschreibt, worum es im Folgenden geht. Am Ende jedes Kapitels wird das Wichtigste noch einmal in Stichworten zusammengefasst. Einschübe mit Erläuterungen zu einzelnen Themen und Berichten aus der Forschung machen das Ganze anschaulich. Kirkilionis führt ins Thema ein, indem sie zunächst einmal definiert, was eine gelungene Eltern-Kind-Bindung eigentlich ist. Im ersten Teil ihres Buches verdeutlicht sie dann die grundlegende Bedeutung dieser Bindung für die Entwicklung eines Kindes. Sie unterscheidet dabei zwischen sicheren und verschiedenen unsicheren Bindungsbeziehungen und zeigt, unter welchen Bedingungen diese jeweils entstehen. Entscheidende Bedeutung misst Kirkilionis hier der Bezugsperson und deren Feinfühligkeit zu und erklärt, wie diese Feinfühligkeit gestärkt werden kann.
 
Im zweiten Teil stellt sie detailliert dar, wann und wie die Bindungsbeziehung zwischen Eltern und Kind wächst. Sie beschreibt, was beide, Eltern und Kind(!), intuitiv dazu beitragen und welche Faktoren diese Beziehung positiv oder negativ beeinflussen. Im dritten Teil geht es darum, wie Eltern eine gelungene Bindungsbeziehung gezielt fördern können. Im vierten Teil schließlich geht Kirkilionis darauf ein, dass die aktuellen gesellschaftlichen Realitäten oft eher hinderlich sind für die Entwicklung einer gesunden Eltern-Kind-Bindung. Sie beschreibt aber auch, wie eine sichere Bindung dennoch gelingen kann. Obwohl sich Evelin Kirkilionis bei ihren Ausführungen hauptsächlich auf das erste Lebensjahr konzentriert, so zeigt sie doch auch, dass Bindung ein lebenslanges Thema ist. Immer wieder macht sie dabei deutlich, welche Folgen es hat, wenn die Bezugsperson keine sichere Bindung zum Kind aufbauen kann. Dennoch weist sie Müttern und Vätern keine Schuld zu. Vielmehr macht sie deutlich, wie schwer es Eltern in unserer Gesellschaft haben, eine gesunde Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Besonders deutlich wird dies, wenn Kirkilionis Vergleiche mit sogenannten „Traditionellen Gesellschaften“ anstellt. Dort wird schon seit Urzeiten ganz selbstverständlich vieles von dem gelebt, was Kirkilionis den Eltern ans Herz legt.
 
Und so plädiert die Autorin dafür, sich wieder mehr auf das zu besinnen, was Eltern und Kinder „von Natur aus“ eigentlich perfekt können: miteinander in Beziehung treten. KS