Heilsame Freundschaft mit Pflanzen
Luisa Francia: Weidenfrau und Wiesenkönigin. Magie und Heilwissen aus der Natur
156 Seiten, Nymphenburger Verlag, gebunden, durchgehend illustriert mit vielen Fotos, erschienen im Januar 2009, € 19,95, ISBN 978-3- 485-01169-3
 Das neueste Buch von Luisa Francia ist wunderschön aufgemacht. Die tollen Naturfotos und farbenprächtigen Zeichnungen auf dem Umschlag und im Text stammen von der Autorin. Die Seiten sind in verschiedenen Farben gehalten. Die Seitenzahlen sind mit einem kleinen Salamander verziert, Luisas „Wappentier“.
Luisa Francia beginnt mit der Erzählung, wie sie früher mit Pflanzen umgegangen ist. Sie habe „unersättlich und gierig alles mitgenommen“, was eine Heilwirkung versprach. Doch ihre Erfahrung, dass nicht jede Heilpflanze oder jedes Heilkraut „nach Vorschrift“ wirkt, brachte sie zu der Erkenntnis, dass es nicht um das Wissen um die Heilwirkung geht, sondern um die Kommunikation mit der Pflanze - „ums Fühlen, ums Riechen, ums Wahrnehmen.“
Die Autorin bringt ihren LeserInnen auf die für sie typische erdverbundene Weise nahe, wie das moderne Konsumverhalten auf den Umgang mit Heilpflanzen abfärbt. „Wenn wir einfach leben und im Verlauf dieses Lebens nehmen würden, was wir zum Leben brauchen, wäre das Gleichgewicht gar nicht gestört.“ Das Problem liegt im Horten, Benutzen und Wegwerfen der scheinbar nutzlosen Dinge. „Aber warum sollen uns Pflanzen, Steine, Tiere und andere Wesen um uns herum helfen wollen ja heilen, wenn wir sie immer nur ausbeuten und benutzen wollen?“ fragt Luisa Francia. Wie bei den Menschen ist es wichtig, dass wir Beziehungen eingehen, die von tiefem gegenseitigem Verständnis und Verbundenheit getragen sind.
Wenn unser „Körperuniversum mit den kleinen Völkern, den Botenstoffen, den Bakterien, Viren, Enzymen, Hormonen“ mit einer Heilpflanze „mit ihren vielfältigen Seinsebenen von Düften, Schwingungen, Farben“ kooperiert und die Heilsubstanz umgekehrt mit ihm, kann eine Heilwirkung eintreten. Wenn nicht, macht uns die Pflanze eben nicht gesund oder sie löst gar eine allergische Reaktion aus.
Wie wir es von Luisa Francia gewohnt sind, öffnet sie ihren LeserInnen erst einmal die Augen und verändert ihren Blickwinkel auf das Thema. Wie immer wird Magie bei ihr dadurch zur überraschend handfesten Praxis, die sogar in unserer Zeit recht einfach umgesetzt werden kann. Um die Freundschaft mit Pflanzen zu suchen, braucht es keine Zauberei, sondern ein offenes Bewusstsein und die Liebe zur Natur und zum Leben.
Wer in Beziehung zu Pflanzen oder Steinen lebt, wird ganz neue Erfahrungen mit ihnen machen können. In Luisa Francias Buch lernen wir sie wirklich kennen - die Wiesenkönigin „Mädesüß“, die nichts mit einem süßen Mädchen zu tun hat, sondern mit „Met“. Ihre Sprache ist ihr Duft, der so süß ist, dass die Bienen und Hummeln, die sich auf ihren Blüten niederlassen, „ sich gar nicht lösen können vor Glückseligkeit.“ Oder die Weidenfrau, deren „Magie darin besteht, das verletzte Gleichgewicht zwischen den Menschen und der Natur zu heilen.“
Das Buch stellt viele heilsame Verbindungen her, auf die wir vorher vielleicht noch gar nicht gekommen sind. Im praktischen Teil hat Luisa Francia wieder viele Rituale und Rezepte für Tees, Tinkturen und Blütenessenzen zusammengestellt und gibt Anregungen zum Kräutersammeln oder für Heilwanderungen.
Überraschendes Naturheilwissen verpackt als Geschenk, das wir uns selbst und unseren Freunden unbedingt machen sollten.
UF
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