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Revolution der gläsernen Bürger

Cory Doctorow: Little Brother

512 Seiten, Taschenbuch, rororo, ISBN: 9783499215506, € 14,95

Der preisgekrönte Roman für Jugendliche und Erwachsene erschien im März 2010 in der deutschen Übersetzung.
 
Der kanadische Science Fiction Autor Cory Doctorow, geboren 1971, ist Mitgründer der Open Rights Group, die sich vor allem für den Datenschutz engagiert. Er gilt als einer 25 einflussreichsten Persönlichkeiten im Internet.
 
Aus dem Inhalt
Der 17jährige Computer-Freak Marcus  lebt mit seinen Eltern in San Francisco. Als er sich wieder einmal gemeinsam mit seinen besten Freunden aus dem Unterricht stiehlt, um das Reality Spiel "Harajuku Fun Madness" zu spielen, kommen sie in die Gegend der Oakland Bay Bridge. Dort geraten sie mitten in einen Anschlag von Terroristen, die die Bay Bridge in die Luft sprengen.
Als potentielle Terroristen werden sie von der amerikanischen Heimatschutzbehörde festgenommen und auf ein geheimes Gefängnis auf einer Insel vor der Stadt gebracht und tagelang unter schlimmsten Bedingungen verhört, gedemütigt, schikaniert und erniedrigt. Besonders schlimm nehmen die Agenten der Sicherheitsbehörde Marcus in die Mangel, da er sich zunächst weigert, Auskunft über seine Internet-Aktivitäten zu geben. Nachdem er schließlich nachgegeben hatte wird er kurz vor seiner Freilassung gewarnt: Wenn er irgendjemandem erzählt, was ihm passiert ist, wird er sofort wieder festgenommen und nie wieder freigelassen.
 
Endlich wieder in Freiheit muss Marcus,  feststellen, dass sich seine geliebtes Land immer mehr in einen Überwachungsstaat verwandelt: Überall wird er durch Kameras, Schritterkennungssysteme und Mikro-Chips kontrolliert.
Marcus will nicht akzeptieren, wie sehr der Staat seine Menschenrechte und seine Freiheit unterbindet. Weil auch noch sein bester Freund Darryl seit der Verhaftung der Freund nach Terroranschlag immer noch verschwunden ist, versucht Marcus mit vielen anderen jungen Leute, die sich in einem nicht zu überwachenden Internet zusammenschließen, sich gegen den Überwachungsstaat zu wehren.
 
Er lernt ein Mädchen namens Ange kennen und verliebt sich in sie. Als ihm eine Nachricht zugespielt wird, dass sein Freund Darryl noch lebt und auf der Insel gefangen gehalten wird, erzählt er seinen Eltern und einer mutigen Enthüllungsjournalistin, wie er von den Sicherheitsagenten misshandelt worden ist. Zusammen mit Darryls Vater, der seinen Sohn bis zu diesem Zeitpunkt für Tod geglaubt hat, beschließen sie, mit der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
 
Den Roman hat für uns die 14jährige Melanie gelesen. Ihre Meinung:
„Auf den ersten Seiten den man, das Buch handle von einer unwirklichen „Computerwelt“. Dann erkennt man: Die Geschichte ist sehr realistisch. Angeblich, um immer mehr Sicherheit zu schaffen, werden überall in den Städten und Gebäuden immer mehr Überwachungskameras installiert. Durch den Einsatz von Datenchips in EC- und Krankenkassenkarten oder den „digitalen“ Fingerabdruck auf den neuen Ausweisen werden die Menschen zum gläsernen Bürger.
Seit den Terroranschlägen vom 11. September ist „Sicherheit durch immer schärfere Kontrollen und Überwachung“ ein heiß diskutiertes Thema im Zusammenhang mit dem Recht auf persönliche Freiheit und Datenschutz. Daher regt der Roman auch zum Nachdenken an. 
Bis auf die Stellen, wo die technischen Details sehr langatmig beschrieben werden, ist der Roman ungeheuer spannend. Die Liebesgeschichte von Marcus und Ange gibt der Geschichte noch eine besondere und romantische Note.“
 
Unser Fazit: Eine starke Urlaubslektüre
 
UF
 
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Rowohlt Verlag

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