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Ayurveda für Frauen – Heimfinden zu sich selbst

Manche Frauen machen sich Sorgen, wenn sie ein Alter erreichen, in dem Frauenärzte sie auf die Wechseljahre oder „Menopause“ ansprechen. Meist geschieht das viel zu früh und die Besorgnis ist noch dazu unnötig. Wie die abwechselnden Rhythmen im Jahreskreis entfaltet sich auch der weibliche Lebenszyklus. Naturgemäß kommt es dabei zu Veränderungen, die wir begrüßen können. Dann liegt in diesem Lebensabschnitt eine Chance, denn neue Perspektiven tun sich auf. Unterstützung dabei bieten Behandlungen aus der indischen Heilwissenschaft des „Ayurveda“, erklärt die Heilpraktikerin Heike Klamp.
 
„Ayur“ bedeutet „Leben“. „Veda“ heißt „Lehre“ oder „Wissenschaft“. Ayurveda wird meist als die „Wissenschaft vom langen gesunden Leben“ übersetzt. Die ayurvedischen Schriften von Caraka, Sushruta und Vaghbat handeln hauptsächlich von einem gesunden Lebensstil und umfassen Bewegung, Ernährung, Körperpflege, Massage, persönliche Tages- und Jahresroutine, Astrologie, Architektur, Geomantie, Atemlehre und Meditation. Die sogenannten Wechseljahre werden durch den Übergang von der Pitta- zur „Vata-Zeit geprägt. Vata, Pitta und Kapha sind die drei Doshas oder Bioenergien, die im Menschen wirken. Je besser die verschiedenen Doshas ausbalanciert sind, desto weniger Beschwerden haben wir in der Übergangszeit.
 
Wechseljahre in verschiedenen Kulturen
Wenn man der älteren Literatur Glauben schenkt, klagen im Osten weniger Frauen über Wechseljahresbeschwerden als im Westen. In vielen Kulturen gilt die Menopause als eine Zeit größerer Freiheit und eines erhöhten Status der Frauen. Hingegen wird die Menopause in Gesellschaften, in denen das Jungsein mehr gilt als das Älterwerden, oft als Mangel betrachtet. Christine Binder-Fritz führt in ihren Studien (2005) an, dass das Selbstverständnis und die Sicht auf den eigenen Körper in der westlichen Welt weitgehend durch den wissenschaftlichen Fortschritt und die von den Medien vermittelten Schönheitsideale bestimmt werden. In anderen Gesellschaften bekommen ältere Frauen traditionell mehr Achtung und Wertschätzung.
 
Subjektives Erleben versus biomedizinische Klischees
Der weibliche Körper ist keine rein „biologische Konstante“, sondern immer auch geprägt von der jeweiligen Kultur. Die Medizinanthropologin Margaret Lock erforschte 1987, wie die Japanerinnen ihre Menopause subjektiv erleben. Sie kam zu der Erkenntnis, dass das subjektive Erleben einerseits soziokulturell geprägt ist. Andererseits hat die moderne Medizin einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie Frauen mit den hormonellen Veränderungen umgehen. Wie der Wandel erlebt wird, hängt nicht nur von den organischen Grundvoraussetzungen ab, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten, sondern auch von der persönlichen Einstellung und Lebensweise. Auch davon, ob der „biomedizinische Blickwinkel“ durch einen anderen ersetzt wird. Dann können die Wechseljahre eine Chance für die Frau sein, ihre Rolle zu erweitern, sich zu verändern und von Einengungen zu befreien. Ayurveda bietet in Hinblick auf die Sichtweise und Fragen wie die natürliche Hormonersatztherapie (mit Phytoöstrogenen etc.) viele Möglichkeiten.
 
Menopausensymptome laut Ayurveda
Im Ayurveda werden die Menopausensymptome den drei Doshas zugeordnet (nach Lonsdorf u. a. 1999, Rosenberg 2005, Scherer 2004). Vata: Stimmungsschwankungen, trockene Haut oder Schleimhäute, Verstopfung oder Reizdarm, Osteoporose, Schlaflosigkeit, Nervosität, Ängste, Panikattacken, zurückgegangene Libido, starke, schmerzhafte und unregelmäßige Blutungen
Pitta: Hitzewallungen (mit Schweiß), Nachtschweiß, Reizbarkeit, Ärger, Zorn, starke Blutungen, Hautprobleme, Bluthochdruck, Kopfschmerz
Kapha: Gewichtszunahme, Übergewicht, träge Verdauung, Stauung, Zysten, Wasseransammlung (Ödem), hoher Cholesterinspiegel, Depression, Schwermut
 
Viele Symptome können daher rühren, dass die Doshas bereits vor der Menopause im Ungleichgewicht waren. In der Wechsel-Zeit können sie dann verstärkt auftreten oder bewusst werden. Hier erweist sich eine ayurvedische Reinigung als sehr wirkungsvoll. Sie bringt das Vata-, Pitta- und Kapha-Dosha wieder in Balance und hilft auch bei stärkeren Beeinträchtigungen der Lebensqualität.
 
Tipps
In den ayurvedischen Schriften finden sich Verhaltensweisen, die vorbeugend oder in der Menopause hilfreich sind: bei Kapha-Dosha „erhitzen und bewegen“, bei Pitta-Dosha „kühlen und ausruhen“ und bei Vata-Dosha „wärmen und ausruhen“. Susun Weed erklärt in “New Menopausal Years. The Wise Woman Way“, dass eine Frau ihre Aufmerksamkeit während der Menstruation und der Wechseljahre mehr nach innen lenkt und Kontakt mit der spirituellen Ebene aufnimmt. In dieser Zeit ist „der Schleier zwischen den Welten“ dünner, unsere Fähigkeiten und Sinne verfeinern sich. Daher sollten Frauen sich ausruhen, wenn sie das Bedürfnis danach haben. Auch die Frauenärztin Christiane Northrup rät in „Die Weisheit der Wechseljahre“, wir sollten mindestens einmal im Monat eine Auszeit nehmen - für das „Heimfinden zu uns selbst“.
 
Abhyanga-Massage
Die harmonisierende ayurvedische Ganzkörper-Ölmassage wirkt entgiftend, heilend und energetisierend und tut allen Frauen in jeder Lebensphase gut. Sie brauchen dafür Zeit und Ruhe, ihre Mutter, Tochter, Schwester oder Freundin, praktisch wäre eine Massageliege, ayurvedische Öle, ein Stövchen o. ä. zum Anwärmen des Öls, Handtücher und evtl. eine gut waschbare Decke. Eine Ganzkörper-Massage dauert etwa 60 Minuten.
 
HK/UF

Weitere Informationen finden Sie unter www.heikeklamp.de

Fotos: CG; Portrait: Heike Klamp
 
Die Rezension Christiane Northrup „Die Weisheit der Wechseljahre“ lesen Sie hier.

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