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More Than Honey

Kinostart: 8. November 2012

Protagonisten: Fred Jaggi (Bergimker, Schweiz); John Miller (Großimker, USA); Liane und Heidrun Singer (Bienenköniginnen-züchter, Österreich); Fred Terry (Killerbienen-Imker, USA); Boris Baer und Barbara Baer-Imhoof (Bienenforscher, Australien); Prof. Dr. Randolf Menzel (Bienenforscher, Freie Universität Berlin);Zhang Zhao Su (Pollenhändlerin, China)
Regie, Drehbuch: Markus Imhoof; Produktion: Thomas Kufus, Helmut Grasser, Pierre-Alain Meier, Markus Imhoof; Co-Autorin: Kerstin Hoppenhaus; Kamera: Jörg Jeshel; Makroaufnahmen: Attila Boa
 
Die Honigbiene, die fleißig von Blüte zu Blüte fliegt, verschwindet langsam. Es ist ein mysteriöses Sterben, das weltweit mit Sorge beobachtet wird. Denn ein Leben ohne die Biene ist undenkbar. Sie ist die große Ernährerin der Menschen. Der weltweite Bedarf an Naturprodukten ruht auf ihren zierlichen Flügeln. Zwischen Pestiziden, Antibiotika, Monokulturen und dem Transport von Plantage zu Plantage scheinen die Königinnen und ihre Arbeiterinnen ihre Kräfte zu verlieren.
 
Kurzinhalt
Im Dokumentarfilm MORE THAN HONEY geht der renommierte Schweizer Regisseur und Enkel einer Imkerfamilie Markus Imhoof dem Bienensterben auf den Grund. Mit ungeahnter Präzision macht er das Leben der Biene sichtbar und porträtiert diejenigen, die am meisten davon profitieren: die Menschen. Während ein Schweizer Bergimker das Bienensterben mit Traditionstreue abzuwehren versucht, ist die Apokalypse in China schon längst Realität. Imhoof trifft hier auf das Geschäft mit den Pollen. Er spricht mit einem quer durch die USA ziehenden Bienenchauffeur und mit Königinnenzüchtern, die ihre lebendige Ware per Post in die ganze Welt verschicken. Imhoofs tief beeindruckende Bestandsaufnahme des Bienenlebens verdichtet sich zu einer traurigen Diagnose unserer Zeit, in der Naturprodukte massenhaft verfügbar sein müssen.
 
Hintergrund
Fünf Jahre hat die Arbeit an MORE THAN HONEY in Anspruch genommen. „Ein Drittel von allem, was wir essen, gäbe es nicht ohne Bienen. Aber jetzt sterben sie, in der ganzen Welt. …Ich habe mich auf die Reise gemacht, um Lösungen des Rätsels zu suchen“, sagt der Regisseur, der sich trotz des familiären Hintergrunds erst einmal einarbeiten mußte. Er begab sich auf eine Reise um die Welt, um alles kennen zu lernen. Das war auch wichtig für die Planung, denn die Dreharbeiten waren abhängig von ganz genau vorgegebenen „Terminen“ der Natur auf vier verschiedenen Kontinenten. Das Team musste sich an die Zeitrechnung der Jahreszeiten halten. Das betraf auch die Makro-Aufnahmen, die genau zu den Dokumentarszenen passen mussten und von Anfang an dazu angelegt waren, in leichter Slow-Motion die Schönheit der Bienen ins Bild zu setzen.
 
In einem Interview formuliert Markus Imhoof, was er durch die Bienen und ihr Sterben erfahren hat: „Pervers ist, dass die Landwirtschaft, die von den Bienen lebt, selbst eine der größten Bedrohungen für die Bienen ist. … Es geht nicht nur um die Bienen, sie sind gleichsam die Stellvertreter oder die Chiffre für etwas Allgemeineres. Ich glaube, es geht um einen bewussteren Umgang mit uns und der Umwelt. …Man kann aber auch in seinem Garten oder auf dem Balkon dieselben Fehler machen wie die Agrarindustrie …Inzwischen gebe ich meinem Hund ein harmloses Mittel gegen Zecken und Flöhe, und nicht mehr die Nervengifte, für die geworben wird. Das ist dasselbe Neonikotinoid, das die Bienen umbringt. … Die Agrochemie schiebt alle Schuld für das Bienensterben auf die (aus Asien eingeschleppte) Milbe „Varroa destructor“, die seit 40 Jahren eines der größten Probleme für die Honigbiene darstellt. Darüber ist zwischen der Chemischen Industrie und den Imkern eine Art Glaubenskrieg entbrannt. Das Bienensterben ist aber kein Mysterium: Die Bienen sterben nicht einfach an Pestiziden oder Milben oder Antibiotika oder Inzucht oder Stress: Es ist die Summe von allem. Die Bienen sterben am Erfolg der Zivilisation.“
 
Unsere Eindrücke
MORE THAN HONEY beginnt mit Luftaufnahmen von riesigen blühenden Mandelplantagen in Kalifornien. Ein trügerisches Bild, erkennen wir sogleich, als Flugzeuge Tonnen von Gift darüber versprühen. Mitten in dieser paradiesisch wirkenden Todeszone sehen wir den Großimker Mr. Miller, der nicht lange um den heißen Brei redet: „Ich sehe die Probleme, aber es geht nicht anders. Wir sind schließlich Kapitalisten.“ Er sieht dem Einsatz von tödlichen Chemikalien tatenlos zu und nimmt in Kauf, dass jedes Jahr Millionen seiner Bienen daran sterben.
 
Wie das Leben ohne Bienen aussieht, zeigt uns Nordchina. Dort werden die Apfelblüten von Heerscharen von Arbeitern mit kleinen Pinseln bestäubt. Diese bisher noch unbekannten Aufnahmen machen die Zuschauer tief betroffen. Jeder kann begreifen, dass es ums Ganze geht, um „mehr als Honig“ – nicht nur für die Bienen, sondern auch für uns. Die beeindruckenden Makro-Aufnahmen und die eindringlichen Texte lassen uns eine Welt jenseits von der Biene als Honig -Erzeugerin eintauchen. Wir werden sie nicht mehr vergessen.
 
Fazit
Ein absolut wichtiger Film, der wachrüttelt für einen schützenden Umgang mit den Bienen und unserer Umwelt. Auf keinen Fall verpassen!
 
UF
 
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Senator Film Verleih

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