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Matriarchales Manifest

Wir, die Frauen der Welt, die Mütter sind und Mütter haben, proklamieren Folgendes:
 
Die Werte, die wir hier benennen, sind mütterliche Werte. Sie sind die Grundlage der matriarchalen Gesellschaften auf der ganzen Welt: Fürsorge, Nähren, Orientierung an den Bedürfnissen statt an der Macht, Schenken, Friedenssicherung, Gleichwertigkeit der Geschlechter, Respekt für alle Lebewesen, Heiligkeit unserer Mutter Erde.
  1. Das Leben ist kostbar. Frauen sind kostbar und müssen geehrt und respektiert werden. Jedes Mädchen hat ein Recht auf Bildung. Kinder, Tiere und Pflanzen sind kostbar. Menschliche Wesen zu versklaven, zu vergewaltigen, zu foltern und zu töten, ebenso Tiere zu quälen – egal durch wen – wird nicht mehr länger geduldet. Alles Töten muss aufhören.
  1. Wir widersetzen uns allen Systemen von Gewalt, Zwang und Unterdrückung und setzen an ihre Stelle Respekt, Freiheit, Sicherheit und Liebe.
  1. Mutter Erde ist kostbar. Unsere natürliche Umgebung mit giftigen Chemikalien oder radioaktiven Stoffen zu verschmutzen wird nicht mehr länger geduldet. Von den Verursachern wird verlangt, dass sie ihren „Dreck“ selbst wegräumen.
  1. Der Ozean ist der Mutterschoß allen Lebens. Unser Wasser wird durch Kohlendioxid- Säure, chemischen Abfall, schwimmenden Müll zerstört und jetzt durch hohe Dosen von Radioaktivität verseucht. Wir verlangen, dass unsere Meere und alle Lebensformen darin vor weiterer Verseuchung und Vernichtung geschützt werden.
  1. Wir rufen alle Nationen auf, die Probleme mit ihrem nuklearen Müll sofortzu regeln und ihr Energieverhalten zu ändern, indem sie ungiftige, erneuerbare Energiequellen erschließen und gleichzeitig ihre Energieverschwendung drastisch reduzieren.Es ist äußerst dringend, die Wälder, Flüsse und Gebirge zu schützen und das Recht indigener Völker auf ihr angestammtes Land zu respektieren.
  1. Mutter Erde schenkt uns ihre Schätze freiwillig. Diejenigen von uns, die im Überfluss leben, sollen mit denen teilen, die weniger haben. Der hemmungslose Konsum muss überwunden werden.
  1. Wir achten den Wert aller körperlichen Arbeit und rufen die Völker auf, jede Arbeit gerecht zu bezahlen und gleiche Arbeit gleich zu bezahlen. Wir achten ebenso alle unbezahlte Arbeit, ganz besonders die von Müttern. Wir fordern eine sichere Lebensbasis jenseits des Geldsystems für alle Menschen.
  1. Wir stellen nachdrücklich fest, dass es ein Angriff auf die Menschheit und eine Bedrohung unserer Mutter Erde ist, in die normalen Funktionen des planetarischen Systems einzugreifen, sei es für zivile oder militärische Zwecke, wie es beispielsweise durch radioaktive Verseuchung, genetische Manipulation und Manipulation der Erde geschieht.
  2. Wir erheben insbesondere Einspruch gegen die Manipulation der natürlichen Kreisläufe der Erde, sei es in der Atmosphäre und Ionosphäre, sei es in der Erdrotation. Diese stellen ein Risiko für die gesamte Biosphäre dar. Wir verlangen Diskussion über solche Projekte in voller Öffentlichkeit und die Aufhebung der Geheimhaltung.
    10. Wir werden jährlich die „Matriarchale Medaille“ der Wertschätzung jenen Personen oder Gruppen zusprechen, die am besten positive soziale Veränderungen auf unserem Planeten bewirkt haben. Sie werden von unserem Kreis von Matriarchinnen ausgewählt.Von Frauen geschaffene Kultur ist kostbar.
    11. Wir respektieren die Verschiedenheit von Kulturen, insbesondere die von lebenden matriarchalen Völkern weltweit. Wir protestieren gegen die Zerstörung ihrer uralten, egalitären sozialen und kulturellen Muster. Sie geben uns beste Beispiele für ausgewogene und bewusst Frieden schaffende Gesellschaften.
    12. Wir respektieren das spirituelle Erbe, das wir aus vergangenen matriarchalen Kulturen erhalten haben, insbesondere was sie uns über die Verbundenheit allen Lebens auf der Erde und im Universum lehren.
Die Verbündeten der Frauen, die Nachkommen aller Mütter – Männer, Jungen, Mädchen, jede und jeder, der gerne möchte - können da Manifest per Email unterzeichnen.
 
Wie machen Sie mit
Senden Sie Ihre Email mit dem Betreff „Matriarchales Manifest“ unter Angabe Ihrer Email-Adresse an: AkademieHAGIA@aol.com

Lesetipp

Mariam Irene Tazi-Preve: Das Versagen der Kleinfamilie. Kapitalismus, Liebe und der Staat

228 Seiten, Paperback, erschienen 2017, Verlag Barbara Budrich, ISBN 9783847420101, € 22,90

Die patriarchale Kleinfamilie ist eine willkürliche Norm. Die Bereiche Arbeitswelt und Familie sollen vereinbar sein, sind es aber in Wahrheit nicht. Die Autorin fragt: Kann das Liebespaar wirklich die Basis einer ganzen Gesellschaftsordnung sein? Sie legt die historischen und ideologischen Ursachen des Dilemmas der Kleinfamilie dar, statt einem „individuellen Verschulden“ nachzugehen. Als Schlussfolgerung aus den (Miss-)Verhältnissen des herrschenden Familienideals zeigt die Autorin Alternativen auf, die mutterzentrierte Gesellschaften uns bereits vorleben.

Textabdruck mit freundlicher Genehmigung von Akademie HAGIA, Dr. Heide Göttner-Abendroth

Fotos: CF; unten CG; Cover: Verlag Barbara Budrich