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Loslegen - dann entsteht auch etwas

Für Lisa Hilbich sind Texte ihre Leidenschaft. Kombiniert mit einer profunden Ausbildung, einem Studium der Politik-wissenschaften und viel Berufserfahrung ist die gebürtige Augsburgerin inzwischen eine gesuchte Expertin mit eigenem Pressebüro in Miesbach. Auch sie hat kennt den Mütter-Spagat zwischen Kinderbetreuung und Berufstätigkeit und erzählt uns in unserem aktuellen Mütter-Image-Profil, wie sie die Hürden geschafft und ihren eigenen Erfolgs-Gradmesser gefunden hat.
 
Bescheidene Anfänge
Lisa Hilbich erinnert sich an die Gründungszeit ihres Pressebüros: „Ich habe zwar nicht in einer Garage angefangen, doch gewisse Parallelen gibt es zu meinem ersten Arbeitsplatz als Selbstständige schon. Ich bearbeitete die Aufträge am Schreibtisch meines Mannes, schrieb an seinem PC in seinem Arbeitszimmer, das gleichzeitig Gästezimmer und Aufbewahrungsort für Diverses war. Die Telefonate liefen über unseren Familienanschluss, wobei ich immer versuchte, schneller als die Kinder am Telefon zu sein, denn fröhliches Kindergekrähe wäre bei Kunden sicherlich nicht sonderlich professionell angekommen.“ 
 
Beruf und Kind – oder umgekehrt?
Auch Lisa Hilbich erlebte den beschwerlichen „Mütter-Spagat“: „Meine Berufstätigkeit wurde unterbrochen durch die Geburt meiner Tochter. Mir wurde schnell klar, dass ich meine Berufstätigkeit neu gestalten musste. Wie hatte mir ein erfahrener Vater prophezeit: „Es bleibt nichts, wie es war!“ Es stand für mich immer fest, dass ich trotz Familie weiterhin berufstätig bleiben wollte. Klar war mir allerdings auch, dass ich mein bisheriges Berufsleben nicht mehr so weiterführen konnte, wie ich es all die Jahre gewohnt war. Redaktionsalltag heißt Besprechungen, Recherchen, Telefonate, Produktion, Flexibilität, Spontaneität und Verabredungen. Naturgemäß richtet sich dieser Berufsalltag voller Abwechslungen und Unvorhergesehenem nicht nach den Bedürfnissen eines Kleinkindes (und seiner Mutter).
 
Die Alternative dazu hieß selbstständige Tätigkeit. Inzwischen gehen unsere Kinder in die Schule und sind auch nachmittags immer öfter allein unterwegs, so dass ich auch diese Zeit optimal nutzen kann. Der Druck, alles während der Öffnungszeiten des Kindergartens abzuwickeln, ist vorbei. Unsere Kinder haben zu festen Schulzeiten Unterricht. So sind sie in professioneller Obhut und stehen nicht nach zwei Schulstunden wieder unerwartet vor der Tür.
Was sich allerdings noch ändern muss, ist das Bewusstsein, dass Kinder nicht nur versorgt, sondern von qualifiziertem und angemessen honoriertem Personal betreut und gefördert werden müssen. Das ist eine Voraussetzung für die wichtigste Ressource Deutschlands – die Bildung unserer Kinder – und die Grund-voraussetzung für die Rückkehr der Mütter in die Berufstätigkeit ohne schlechtes Gewissen."
 
Berufliches Doppelleben
Lisa machte auch die schwierige Erfahrung, eine Festanstellung außer Haus mit den Aufgaben einer Mutter zu kombinieren. „Nach Jahren des Ausprobierens und des Büroaufbaus war ich 2007 an einem Punkt, an dem ich gerne mal meine Vorgehensweise und Erfahrungen in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit überprüfen wollte. Bei der Zeitungslektüre entdeckte ich eine Stellenanzeige, die auf mein Profil passte: Die Tätigkeit als Redakteurin in einer Pressestelle. So führte ich elf Monate ein berufliches Doppelleben. Ich vertrat als festangestellte Redakteurin eine Kollegin während ihrer „Elternzeit“.
In dieser intensiven Phase erhielt ich wertvolle Unterstützung durch meine Familie. Diese elf Monate waren für uns alle äußerst lehrreich. Ich erlebte wieder den Berufsalltag mit netten und familienfreundlich gesinnten Kollegen und lernte beim Einsatz von Technik und Internet unglaublich viel dazu. Haushalt und Familienleben mussten allerdings straff organisiert werden. Da war Flexibilität gefragt und Spontaneität wurde deutlich eingeschränkt. Nach dem Ablauf meines Vertrages schnauften wir alle erst mal richtig durch, sahen meine Freiberuflichkeit mit ganz anderen Augen und schätzen sie jetzt sehr. Dank dieser wichtigen Erfahrung bin ich mit meiner Tätigkeit im eigenen Pressebüro zufriedener als je zuvor – auch wenn mir natürlich Kollegen fehlen. Ich freue mich jeden Tag auf die Stunden am Schreibtisch. Gleichzeitig genieße ich es, kein Zeitkonto führen und keine Urlaubsanträge einreichen zu müssen.“
 
Persönlicher Gradmesser für Erfolg
„Wie misst man den beruflichen Erfolg als selbstständige Mutter? Mit dem Bankkonto oder einem schicken Mini-Cabrio vor der Türe? Mein persönlicher Gradmesser ist meine Zufriedenheit. Mir gelingt es durch die Art meiner Tätigkeit, einen interessanten Beruf mit der Familienarbeit unter einen Hut zu bringen. Und damit konnte ich mir zwei wesentliche Dinge erfüllen, die ich mir für mein Leben gewünscht hatte. Auch wenn ich oft das Gefühl habe, jeder Tag könnte noch drei Stunden mehr haben.
 
Das Zitat des Kasseler Designprofessors Hans Dehlinger: „Es ist egal womit du beginnst, Hauptsache du fängst sofort an.“ ist mein absoluter Lieblingsspruch geworden. Denn, nur wenn man loslegt, entsteht auch etwas!“
 
Weitere Informationen unter www.pressebuero-hilbich.de
 
Wenn auch Sie Ihr Mütter-Image-Profil präsentieren wollen, freuen wir uns auf Ihre Email an willkommen@muetterblitz.de