Rheingold – ein pausenloses Erlebnis
Die Bayreuther Festspiele sind für jeden Wagner-Fan ein absolutes Muss. Eine der begehrten Karten zu bekommen, gleicht einem Sechser im Lotto. Mütterblitz war exklusiv in der Rheingold Generalprobe vor Ort.
 Nachdem Führungswechsel der Bayreuther Festspielriege soll Wagner für jeden zugänglich sein. Wer keine Festspielkarte erhält - weil eben nun einmal sehr rar -, darf seit dem letzten Jahr beim sogenannten Public Viewing eine ausgewählte Aufführung auf dem Volksfestplatz miterleben. Dank der neuen Wagner-Leitung wird die Veranstaltung bereits für die Jüngsten mit „Wagner für Kinder“ zum nachhaltigen Erlebnis.
Jahr um Jahr versucht der „wahre“ Wagner-Fan an eine der begehrten Tickets in den Musen-Tempel zu kommen. Mit viel Glück gelingt es, eine der kostenlosen Generalprobekarten zu ergattern. Wir konnten uns am 18.07.2010 die Rheingold-Aufführung ansehen.
Wenngleich in diesem Jahr „Lohengrin“ seine Premiere unter der Regie von Hans Neuenfels am 25.07.2010 feierte, zählt die Rheingold-Inszenierung zum Teil des Rings. Die Tetralogie beginnt mit der „Walküre“. Anschließend handeln „Rheingold“ und „Siegfried“ die Sage ab, die schlussendlich in der Götterdämmerung ihr Ende findet.
Modern und traditionell
Die Rheingold-Inszenierung von Tankred Dorst zeigt sich in einer modernen Inszenierung unter dem Einsatz von Pyro-Technik. Schon mit dem ersten Takt vibriert die grandiose Akustik unter den Füßen im Zuschauerraum. Die Musik des tongewaltigen Orchesters, das für den Zuschauer verborgen im Orchestergraben die ersten Töne anschlägt, überträgt diese gewaltige Stimmung auf den Betrachter.
Die Faszination geht von der visuellen Darstellung aus. Modernste Technik hüllt die Bühne ein, auf der die Rheintöchter ihre ersten Melodien kraftvoll anstimmen. Die Handlung des Stücks, das ohne Pause zweieinhalb Stunden höchste Aufmerksamkeit vom Publikum erfordert, zeigt den Streit um das begehrte Rheingold. Der im Rhein versenkte Schatz stellt in einem melodischen Auf und Ab den Kampf um Macht und Habgier dar. Die Akteure ziehen den Zuschauer in die Handlung hinein. Wagners Musik lässt das Bedrohliche erahnen, das sich in dieser inbrünstigen Musik wiederfindet.
Das Leben auf der Bühne ist ein Hin und Her. Die Bühnenbildner beherrschen, wie auch die musikalischen Akteure, ihr Handwerk. Modernes mit Altem zu verbinden, beweist, dass Oper keine angestaubte Musik ist. Denn Wagner war mit seiner Musik durchaus ein Rebell, das hat auch König Ludwig, der Fantast, erkannt. Nun die Aufführung lebt von den feinen Nuancen, die sich dazwischen meisterlich einschleichen. Da stolpert ein mit Kamera bepackter „Tourist“ in die Szene. Aber auch Kinder dürfen sich in diesem Stück austoben.
Rheingold ist eine wunderbare Inszenierung und für den Wagner-Einsteiger optimal geeignet.
CG
Foto: CG
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