Auch Muttergöttinnen möchten mal herumgondeln
Als Künstlerin hat Michaela Fuchs-Jalloh das „Diagonal-Denken“ praktisch studiert. Sie verknüpft in Schmuck-Amuletten Dinge, die scheinbar nicht zusammengehören. Als Frau in „mehrnationaler“ Ehe ist sie zu ihrem individuellen Verständnis von „Integration“ gelangt: Die Wiederherstellung eines neuen, kunstvollen Ganzen.
Michaela, 1965 in Regensburg geboren, studierte freie Malerei. Das Wort „frei“ hat sie „unheimlich angezogen“. Als Meisterschülerin schloss sie mit Auszeichnung bei Prof. Johannes Grützke ab.
Später machte sie noch eine Ausbildung zur Bühnenmalerin. Noch während der Studienzeit bekam sie ihre inzwischen erwachsene Tochter. Mit ihrem jetzigen Mann, den der Bürgerkrieg in Sierra Leone nach Europa brachte, hat sie einen sechsjährigen Sohn.
Michaela erzählt, wie die Idee der Schutzamulette entstand: „Unter anderem durch verschiedene Artikel im Mütterblitz bin ich auf mich selbst als Frau und Mutter gestoßen.
 Ich habe herausgelesen, dass das Muttersein keine Kleinigkeit ist, die man so nebenbei macht, oder gar ein Makel, der uns Frauen in der ach so tollen Industriewelt abwertet. Vielmehr ist das Muttersein verehrungswürdig. Dann kam die Frage auf: Wo sind eigentlich unsere Göttinnen geblieben? Verloren gegangen und in Archiven weggesperrt?“
Auf der Suche nach den Göttinnen fand Michaela keltische Wurzeln. Die Schmuckstücke der Kelten, die Frauen als Göttinnen verehrten, hatten sie bereits in ihrer Kindheit fasziniert.
Jetzt entdeckte sie die Göttinnen neu: „Auch Maria ist für mich eine Göttin geworden. Die Marien-Anhänger aus „Alt Göttin“ (dem bayerischen Wallfahrtsort Altötting) verarbeite ich besonders gerne und bringe sie mit Wandernägeln, zum Beispiel aus Mariazell, in einem Schutzamulett zusammen.“
 Michaelas „Kunst am Hals“ lehnt sich an das ostafrikanische Kunsthandwerk und die Tradition der Menschen an, die gelernt haben, „mit dem Mangel zu jonglieren“.
Jedem Schutzamulett gibt sie einen Namen: „Ich hatte einen wunderbaren alten Wandernagel aus Venedig ergattert und mit einem Marienanhänger kombiniert. Ich taufte das Amulett „Auch Muttergottheiten möchten mal herumgondeln“.“
Leben kann die „stolze Küchenmalerin“ (Malerin in der Küche) von der Kunst noch nicht und arbeitet in Teilzeit als Softwaredesignerin.
Aber „in die Arbeit als „spinnerte“ Künstlerin fließt, neben den Kindern, mein ganzes Herzblut.“ Als Mutter fertigt Michaela die Schmuckstücke auch am Spielplatz an, wohin sie ihre mobile Werkstatt oftmals verlegt.
UF
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Michaela Fuchs-Jalloh
Ausstellungen in Nürnberg: Cafe Balazzo Brozzi, Eröffnung 10.11.11, 19.00 Uhr
ständige Schmuckvitrine im Buchhaus Thalia und Café Fernweh Verkaufsstand in der Vorweihnachtszeit im K4 www.winterkiosk.de
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