Home Kontakt Impressum Mediadaten AGB Über uns

Mit Kindern die Natur entdecken: Fahrradtour zur Isar - Mündung

Die Isar legt von ihrer Quelle im Karwendel - Gebirge bis zu ihrer Mündung in die Donau bei Isarmünd 283 Kilometer zurück. Der inzwischen größtenteils in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzte Fluss wurde von den Kelten „Isara“ genannt, „die Reißende“. Bis ins 19. Jahrhundert war sie ein wichtiger Handelsweg. Transportmittel waren die aus Baumstämmen zusammengebauten Flöße: Heute befahren die Vergnügungsflöße die Isar zwischen Wolfratshausen und München.
 
Der 1902 gegründete Isartalverein hat es sich als erster bayerischer Naturschutzverein zur Aufgabe gemacht, die Landschaft entlang der Isar zu schützen. Wanderer und Radfahrer finden entlang der Isar Erholung in der Schönheit einer noch intakten Natur. Ulrike Thoma berichtet von ihrer eindrucksvollen 5tägigen Fahrradtour zur Isar-Mündung mit ihren zwei Töchtern, die sie Familien mit kleineren und größeren Kindern und auch Jugendlichen wärmstens empfiehlt.
Ein Höhepunkt der Isar-Radtour ist der „Wachsende Felsen“, ein seltenes Naturphänomen, das man sonst nur weit entfernt bestaunen kann, wie auf Jamaika. Dort werden die Felsen der Ocho Rios – Wasserfälle vom Kalziumkarbonat im Wasser ständig wieder aufgebaut.
 
Erster Tag
Nach dem Motto “der Weg ist das Ziel” schwangen wir uns bei schönstem Wetter auf den Sattel. Den zum Teil heftigen Gegenwind machte das stetige leichte Gefälle wieder wett. Mit einem Isar-Radweg-Führer, Fernglas und Bestimmungsbüchern ausgerüstet fuhren wir im Münchner Stadtteil Thalkirchen auf den Radweg entlang der schönen Isar, bis wir den Englischen Garten, den größten innerstädtische Park der Welt, erreichten. Ab hier konnten wir „abgasfrei“ weiter fahren.
 
An dem kleinen Rundtempel „Monopterus“ stellten wir unsere Fahrräder kurz ab. In den siebziger Jahren war der Monopterus ein Drogentreff. Heute kann man von dort den wunderbaren Blick über München unbeschwert genießen. Ein kleiner Schluck aus der Wasserflasche und weiter ging es, vorbei am Chinesischen Turm, dem Kleinhesseloher See bis zum Biergarten Aumeister, wo wir unsere mitgebrachte Brotzeit aßen. Wir hatten die Hälfte der ersten Tagesetappe geschafft.
 
Nach der Pause radelten wir immer dem Fluss entlang, begleitet von einem angenehmen Plätschern und dem Gesang eines Kuckucks. Nach etwa 65 Kilometern erreichten wir am frühen Abend die Bischofsstadt Freising. Nachdem wir unser Übernachtungsquartier gefunden hatten, stillten wir Hunger und Durst in einer Pizzeria. In dieser Nacht schliefen wir tief und fest.
 
Zweiter Tag
Nachdem wir fürstlich gefrühstückt hatten, packten wir unsere Radtaschen und fuhren über Moosburg nach Landshut. Anfangs auf grünem Uferweg in duftender Waldluft führte die Route teilweise abseits der Isar durch ein Naturschutzgebiet, eine idyllische weitläufige Auenlandschaft. Wer dort Augen und Ohren offen hält, findet seltene Orchideen, Nagespuren von Bibern oder hört den Pirol singen. Auf der Isar entdeckten wir Enten, Säger und Flussseeschwalben. Unsere Töchter kletterten in die schwindelnde Höhe großer Bäume und genossen den Ausblick von oben.
 
Nach knapp 50 Kilometern erreichten wir unser zweite Etappe, die Stadt Landshut. Trotz der Anstrengungen des Tages marschierten wir noch zur Burg Trausnitz hinauf, dem Wahrzeichen der Stadt, und erfreuten uns abermals an der wunderbaren Aussicht auf die St. Martinsbasilika mit dem höchsten Backsteinturm der Welt (131m). Diesmal übernachteten wir  in einer Jugendherberge. Auf den harten Matratzen schliefen wir nicht so gut wie in der ersten Nacht.
 
Dritter Tag
Mit dem Ziel Erlebnisbad „Caprima“ in Dingolfing  vor Augen, einem Triathleten als Lebenspartner und einer sportlichen 13- und einer 16jährigen Tochter war mein Wohlfühltempo von etwa 15 km/h heute weniger angebracht. Mit mir im Schlepptau strampelte meine Familie durch das Landschaftsschutzgebiet “Altheimer Stausee”, vorbei an Essenbach, Ohu, Niederaichbach und Niederviehbach.
 
Gott sei Dank boten sich in den Ortschaften zahlreiche Gelegenheiten für kleine Verschnaufpausen. Nachdem wir unser Tagesziel erreicht hatten, fuhren wir zum  Ambient Hotel Tassilo (3 Sterne) in der Mühlbachgasse und bezogen das schönste Hotelzimmer während unserer fünftägigen Radtour. Wir belohnten uns mit dem Besuch des Erlebnisbads „Caprima“ und genossen den Nachmittag in mediterraner Atmosphäre unter Palmen und Olivenbäumen (absolut empfehlenswert).
 
Vierter Tag
Nach einem reichhaltigen Frühstück (mit Sekt und Kerzen für unser Geburtstagskind)  starteten wir unter weißblauem Himmel.  Auf der Strecke nach Plattling besichtigten  wir kurz vor der Staustufe “Landau” ein einzigartiges Naturereignis - den “Wachsenden Felsen” von Usterling. Der Fels liegt direkt am Isarradweg und ist mit fast 40 Metern Länge und 5 Metern Höhe der Größte in ganz Europa. Er wächst durch die Kalkablagerungen des Wassers einer darüber liegenden Quelle.
 
Wir fuhren an der historischen Wittelsbacher Herzogstadt “Landau a. d. Isar” vorbei  durch sanfte Hügelketten. Die Isar stets im Blick, säumten Blumen und farbenprächtige Hochstauden unseren Weg. Nachdem wir bereits am frühen Nachmittag in Plattling unser Nachtquartier gefunden hatten, gingen wir noch ins Freibad. Im Anschluss nahmen wir auf einem schönen Platz unter Kastanien ein wohlverdientes Abendessen ein.
 
Fünfter Tag
Am letzten Tag stand uns das krönende Radwandererlebnis bevor. Auf Wald-, Wiesen- und Auenpfaden schlängelten wir uns entlang der Isar bis ins acht Kilometer entfernte Maxmühle. Dabei hatten wir eine nette Begegnung mit einem Schäfer und seinen Schäfchen, die wir schon von weitem blöken gehört hatten. In Maxmühle  besuchten wir das Infohaus „Isarmündung“.
 
Die angelegten Rundwanderwege durch die Isarauen führten uns durch die verschiedenen Lebensräume der Aue. Unzählige Vögel, Froscharten, Schmetterlinge, Ringelnattern, aber auch große und kleine Säugetiere, Insekten und unterschiedlichste Pflanzen leben dort in einem natürlichen Lebensraum. Die Mündung der Isar ist die einzige noch intakte Mündung eines Alpenflusses in die Donau.
 
Im Anschluss rundeten wir unseren Aufenthalt mit einem Besuch eines idyllischen Biergartens mit bayerischen Schmankerln ab. Am frühen Nachmittag radelten wir zurück nach Plattling und fuhren mit dem Zug nach Hause.
 
UT
 
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Ulrike Thoma

< zurück