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Kinderfremdbetreuung – nein danke

Zur Liebe einer Mutter gehört, dass sie ihrem Kind die Zuwendung und Zeit widmen will, die es altersgemäß von ihr braucht. Doch der politische und gesellschaftliche Trend geht dahin, immer jüngere Kinder nicht mehr von der Mutter, sondern von fremden Personen aufziehen zu lassen. Die Mutter-Kind-Beziehung wird von vorne herein beschnitten. Das ist nicht im Sinne der Mütter und Kinder!
 
Kinder, die den Großteil ihres Kinderlebens nicht in ihrem eigenen Zuhause verbringen dürfen, sind nicht sicher und gut betreut und versorgt. Eine ernüchternde Reportage über die fehlende Kompetenz und die mangelhafte Qualifizierung von Tagesmüttern wurde am 28.10.08 gesendet. „Tagesmütter“ mit bis zu 15 Kindern, die alle den ganzen Tag im Bett oder im Laufstall verbringen müssen und nie an die frische Luft zum Spielen kommen. Ein Baby, das im Hintergrund ununterbrochen schreit, ohne dass sich die Fremdbetreuerin darum kümmert, sind erschütternde Beispiele für die traurige Kindheit einer wachsenden Zahl unserer Allerkleinsten.
 
Viele Mütter dürfen ihren Kindern aus finanzieller Not heraus ihre ungeteilte Zuwendung und Zeit nicht in den paar Jahren geben, die eine Kindheit dauert. Diese Jahre lassen sich nicht nachholen. Kindheit lässt sich nicht auf später verschieben – ebenso wenig das Muttersein.
 
Mutter-Kind-Bindung
Ein Kind ist für eine Mutter immer eine Bereicherung. Die meisten Mütter empfinden ihre Kinder als kostbares Geschenk. Muttersein ist eine stärkende und erfüllende Aufgabe, deren tagtägliche Leistungen und Erfolge fast immer „unsichtbar“ sind. Durch die gegenseitige Liebe und das Gedeihen der Kinder ist sie von einem Erfolg gekrönt, der durch nichts übertroffen werden kann.
 
Kinder brauchen die ständige Gegenwart der Mutter. Sie gedeihen am besten, wenn sie sicher sind, dass die Mutter jederzeit für sie da sein kann, selbst wenn sie bereits in die Grundschule gehen und viel Zeit mit ihren FreundInnen verbringen. Dieses Rückversicherungsbündnis mit der Mutter brauchen Kinder bis ins Erwachsenenalter hinein.
 
Muttersein bedeutet nicht, dass Mütter, die dieses Bedürfnis ihrer Kinder erfüllen wollen, deshalb in ihre vier Wände eingesperrt bleiben müssten und keine anderen Fähigkeiten mehr anwenden könnten. Nicht die Kinder sind schuld, dass Mütter den Spagat zwischen Kindern und Arbeit machen müssen, sondern gesellschaftliche Strukturen. Oft entscheiden Mütter aus diesen Zwängen, sich von ihren Kindern zu früh und zu lange zu trennen, nur um wieder berufstätig sein zu können. Statt sich bewusst zu machen, dass ein Kind ungefähr nach vier Jahren selbst gerne einen Vormittag lang in den Kindergarten geht und an vielen Nachmittagen mit seinen FreundInnen spielt, was der Mutter Freiraum für andere Betätigungen schafft.
 
Kinderkrippen und Ganztagsschulen gehen jedoch an den Grundbedürfnissen von Kindern und Müttern vorbei und täuschen darüber hinweg, dass auf diese Weise nur die Arbeitskraft der Frauen ausgenutzt wird. Untersuchungen wollen uns glauben machen, Kinder kämen mit dieser Form von Kindheit bestens klar. Bekanntlich lässt sich für jede Theorie eine Bestätigung finden. Das ist aber nicht das, was Mütter wirklich fühlen. Sie brauchen vielmehr die Möglichkeit, die Betreuungsform für ihre Kinder zu wählen, die für ihre Familie stimmig ist.
 
Wahlfreiheit
Sigrid (35), Mutter von zwei Kindern, spricht vielen Müttern aus der Seele: „Ich finde die Vorstellung schrecklich, meine Kinder den ganzen Tag nicht zu sehen. Auch für die Kinder wäre das absolut nicht das, was sie brauchen. Für meine ältere Tochter ist es schon lang genug, wenn sie sechs Stunden in der Schule verbringen muss. Ich finde, niemandem darf die Ganztagsbetreuung aufgezwungen werden.“
 
Nach acht Stunden Getrenntheit ist es kompliziert, die Verbundenheit zwischen Mutter und Kind wieder aufzunehmen. Oft sind Mutter und Kind dann auch schon müde. Sie müssen aber noch einkaufen, Abend essen und schauen, was es noch für die Schule oder im Haushalt zu erledigen gibt. Viel Zeit und Kraft für das gegenseitige Aufeinander-Einstimmen bleibt da nicht.
 
Anna (33), zweifache Mutter, sagt: „Ich habe meine Kinder nicht bekommen, damit ich sie dauernd weg gebe und sie von anderen Leuten groß gezogen werden.“
 
Welche Fähigkeiten und welche Formen der Zuwendung unser Kind von uns braucht, wandelt sich ständig. Deshalb ist Muttersein immer auch eine Entscheidung für das Hier und Jetzt. Nur die anwesende Mutter kann spontan auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren.
 
Sprecherinnen für Mütter und Kinder
Die Bundesvorsitzende des „Verbands der Familienfrauen und –männer e. V.“, Dagmar Margotsdotter-Fricke, Mutter dreier Söhne, erklärt: „Durch meinen 12jährigen Sohn habe ich guten Kontakt zu jüngeren Müttern. Ich erlebe darunter viele, die lieber Vollzeit-Familienarbeit bei ihren eigenen Kindern leisten möchten, als diese Arbeit zu delegieren, um der politisch und gesellschaftlich diktierten Vereinbarkeit Folge zu leisten. Und ich sehe ihre Sorge und Verzweiflung bei der Frage, wie das in dem momentanen politischen Klima gehen soll: Von echter Wahlfreiheit kann hier nicht die Rede sein. Ganz besonders nicht nach der Reform des Unterhaltsrechts per 01.01.2008, welche die Mütter dreijähriger Kinder in die Erwerbstätigkeit zwingen soll.“
 
Eine prominente Sprecherin für die Mütter ist die Pionierin der Matriarchatsforschung, Dr. Heide Göttnner-Abendroth. Auf dem Internationalen Müttergipfel im Mai 2008 in Karlsruhe sagte sie in ihren Vortrag über das Dilemma der patriarchalen Mutterschaft: „Fremderziehung in Kinderkrippen kann nicht im Sinne der Mütter sein.“
 
„Kinderfremdbetreuung – nein danke!“ sagen auch viele Eltern, die sich gegen das „Gesetz zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege“ (KiföG), das am 7. November 2008 vom Bundestag verabschiedet wurde, wenden und darin einen Widerspruch zum Grundgesetz (Art. 6, Abs. 2) und zur Kinderrechtskonvention (Art. 7) sehen. Daraus leitet sich das Recht des Kindes auf die Betreuung in seiner Familie ab.
 
Ideen, wie sich Familien hier engagieren können, gibt die Autorin und Stadträtin Dr. Kirsten Armbruster: „Ich denke, Mütter und Väter müssten verstärkt eine politische Lobbyarbeit aufbauen, wie sie in Deutschland der „Verband der Familienfrauen und – männer“ ja schon mit seiner Förderung der eigenständigen finanziellen und sozialen Sicherung der Familienarbeit versucht . Die Idee außerdem eine Familienkammer aufzubauen nach dem Vorbild der Ärztekammer ist von Sabine Goldmann vom Förderverein zur Gründung der Familienkammer, Berlin, bereits angedacht und sollte in die Tat umgesetzt werden. Außerdem plädiere ich für eine Änderung des Wahlrechts. Damit die Interessen von Familien politisch besser berücksichtigt werden, sollten Familien und hier in erster Linie Mütter, ein Stimmrecht auch für ihre noch nicht wahlberechtigten Kinder erhalten. Außerdem müsste auf internationaler Ebene eine politische Mütterarbeit aufgebaut werden. Anfänge hierzu haben die beiden Internationalen Matriarchatskongresse, der im Mai 2008 stattgefundene Erste Internationale Müttergipfel in Karlsruhe oder auch die Internationale Konferenz über „Mothering, Violence, Militarism, War and Social Justice“, die im Oktober an der York University in Toronto, Kanada abgehalten wurde gemacht. Nur der Ausbau eines Internationalen Netzwerks zu diesem Thema wird auch auf globaler Ebene politische und spirituelle Veränderungen bringen.“

UF

Foto:CG

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