Unser Impuls zum Weltfrauentag am 8. März 2010
Streiken oder den Selbstwert erhöhen?
Frauen bekommen laut aktuellen Nachrichtenmeldungen in Deutschland 23 Prozent weniger Lohn für die gleiche Tätigkeit als ihre männlichen Kollegen. Die deutschen Löhne für Frauen liegen im europäischen Vergleich weit hinten. Die Hintergründe, warum viele Frauen weniger Geld als Männer zur Verfügung haben, sind vielfältig und nicht nur in mangelnder Chancengleichheit zu finden. „Vor allem die eigene Einstellung und Beziehung zu Geld verursachen diesen Missstand“, sagt die Geldbeziehung® - Trainerin Nicole Rupp.
 Am 8. März 1908 starben 129 Frauen beim Streik für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer New Yorker Textilfabrik. Seither haben sich viele der damals zentralen Forderungen erfüllt, wie das Wahl- und Stimmrecht für Frauen, Arbeitsschutzgesetze, Mutter- und Kinderschutz. Ein wunder Punkt ist auch im Jahr 2010 eine immer noch offene Rechnung: Gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung!
Immer noch haben Frauen bei gleicher Bildung bis zu 30 Prozent weniger Einkommen als Männer. Eine Kluft, die sich auch im Alter fortsetzt und zu entsprechend geringerer Rente und Altersarmut von Frauen führt.
Frauen beschäftigen sich immer noch nicht gerne mit Geld. Für viele ist Geld „ein notwendiges Übel“, eine „leidige Sache“ oder in der eigenen schön gefärbten Vorstellung „das Leben wäre einfach schöner, wenn nur dieses lästige Geldthema nicht wäre.“ Dabei ist genau diese Einstellung eine der entscheidenden Ursachen, warum Frauen real über weniger Geld verfügen.
Dass Frauen sich mit einer verhaltenen oder ablehnenden Beziehung zu Geld schwer tun, sich selbst und die eigene Leistung wertvoll und entsprechend hochwertig zu verkaufen, ist die logische, wenn auch traurige Konsequenz.
Es sind nicht nur die eigenen Gedanken über Geld, die die Beziehung zu Geld beeinflussen. Eine noch größere, oft unbewusste Rolle spielen die eigenen Gefühle, die wir im Umgang mit Geld haben. Allerdings werden auch diese stark durch unsere Gedanken geprägt. So fühlt sich „Geld ist Stress“ entsprechend anders an, als die Einstellung „Geld ist pure Freude!“
Ein zu geringes Selbstwertempfinden verhindert, den eigenen Wert klar zu kennen und ihn entsprechend wertvoll zu präsentieren – und diesem entsprechend auch den finanziellen Ausgleich zu erhalten oder gegebenenfalls aktiv einzufordern.
Geld scheint immer noch unweiblich und „unsexy“. Sich mit dem Thema zu befassen, ist für Frauen oft mit Scham besetzt. Dabei ist Geld eine reines Beziehungsthema und somit von Grunde auf ein Bereich, in dem Frauen ihr Talent voll entfalten und ihren wahren Wert einbringen können.
Wohin ein männlich dominierter gieriger Umgang mit Geld, der jenseits eines stimmigen und nachhaltig sinnvollen Umgangs mit Geldes liegt, führen kann, durften wir im Rahmen der Finanzkrise erkennen. Frauen haben das Talent, Beziehungen so zu pflegen, das man auch morgen noch gerne miteinander tauscht. Frauen haben ein natürliches Empfinden für einen stimmigen Austausch, in dem es beiden Parteien gut geht. Frauen handeln wertbewusst.
Was glauben Sie: Wie wäre unsere Welt heute, wenn Frauen über genauso viel Geld verfügten wie Männer?
Wollen wir uns heute auf den Weg machen, diesen Ausgleich zu schaffen?
Geld ist ein Machtmittel. Und mit „Macht“ stehen viele Frauen auf Kriegsfuß. Dabei sind Macht und Geld stets nur das, was wir selbst daraus machen!
Wir verdienen es (schon längst), genauso gut zu verdienen Männer. Nutzen wir unsere weibliche Macht positiv und machen uns ans Werk! Nicht nur um unserer selbst Willen und um für uns selbst mehr Geld zu haben, sondern um diese noch offene Rechnung auszugleichen.
Wir können als Frauen streiken. Oder protestieren. Oder ohnmächtig oder hilflos auf Besserung hoffen. Doch letztendlich sind Frauen es sich selbst schuldig geblieben, ihren Wert zu erkennen und zu leben – und sich diese Wertschätzung auch real messbar mit Geld zu zeigen.
NR
Buchtipp zum Thema
Brandneu erschienen: Nicole Rupp: „Wer spart, verliert. Glück und Geld ins Leben holen“, Kreuz-Verlag
Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Nicole Rupp
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