Dem Phänomen der Marienverehrung auf der Spur
Christa Mulack: Maria - die geheime Göttin im Christentum
209 Seiten, viele teils farbige Abbildungen, Verlag Pomaska-Brand, broschiert, 16 €, ISBN: 978-3935937467
Dr. Christa Mulack ist Theologin, Autorin und Pädagogin und beschäftigt sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit dem christlichen Glauben aus weiblicher Sicht.
In diesem Buch widmet sich Christa Mulack der Gestalt der Maria. Jungfrau? Mutter Gottes? Kritisch hinterfragt Mulack die von der Kirche gemachten Aussagen über Maria. Kritisch bedeutet hier für Mulack, dass sie als Frau anders mit den biblischen Texten umgeht, als es männliche Theologen gemeinhin tun. Ihr Anliegen ist dabei, das christliche Glaubensverständnis zu erweitern und ihren LeserInnen ein anderes weibliches Selbstverständnis innerhalb der christlichen Religion zu ermöglichen. Zahlreiche Abbildungen von Gemälden, Statuen und anderen Zeugnissen der Marienverehrung quer durch die Jahrhunderte veranschaulichen die Aussagen des Buches.
Mulacks Zielgruppe ist vielschichtig: Katholikinnen, die mehr über Maria erfahren wollen, als das, was sie im Religionsunterricht gelernt haben sind genauso angesprochen wie Frauen, die noch gar keinen Zugang zur Marienverehrung haben. Das Buch wendet sich aber auch an Frauen (und Männer), die sich einfach einmal umfassender mit dem beschäftigen wollen, was sich hinter der Gestalt der Maria verbirgt.
Und dabei gibt es tatsächlich einiges zu entdecken. Entlang der sogenannten Mariendogmen (Jungfräulichen Geburt, Gottesmutterschaft, unbefleckte Empfängnis, Aufnahme Marias in den Himmel) betrachtet Mulack die Gestalt der Maria aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln. Ausgehend von der kritischen Auseinandersetzung mit den Aussagen der Bibel beleuchtet sie für jedes Dogma dessen geschichtlichen Werdegang. Daran schließt sich jeweils eine religionsgeschichtliche Betrachtung an. Hierbei zeigt Mulack, dass die Marienverehrung ihren Ursprung eigentlich bei den sogenannten „heidnischen“ Mutterreligionen hat. Im anschliessenden Abschnitt veranschaulicht die Autorin die Rolle der Dogmen im Volksglauben. Es folgt eine kurze Beleuchtung der psychologischen Hintergründe der Dogmen.
Im letzten Schritt schließlich geht Mulack darauf ein, welche Bedeutung die vielen Aspekte der Maria für Frauen konkret haben und haben können. Und sie lässt auch Frauen selbst zu Wort kommen mit dem, was Maria für sie bedeutet – oder wieder bedeutet. Dabei stellt Mulack immer wieder eine Frage:
Welche Bedeutung kann Maria für Frauen heute haben? Den Vorschlag einer Antwort bietet dieses Buch.
KS
|