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Hier kommt Lola

Kinostart: 4. März 2010

Darsteller

Lola Veloso                                                    Meira Durand
Flora „Flo“                                                      Felina Czycykowski
Fabio „Papai“ Veloso                                       Fernando Spengler
Viktualia “Vicky” Veloso                                  Julia Jentsch
Penelope Agatha Livia Steg                             Nora Tschirner
Felix Jungherz                                                Axel Prahl
Aurelia Jungherz                                             Margareta Broich
Annalisa                                                         Karoline Chmelensky
Frederike Schwertfeger                                    Valeria Eisenbart
Frau Wiegelmann                                            Sandra Borgmann
Emilio „Zwerg“                                                 Sidney Martins (Pereira)
Mohammed “Max” Berg                                   Badasar Calbiyik
 
Regie: Franziska Buch; Produktion: Uschi Reich; Drehbuch: Vanessa Walder, Uschi Reich nach der Buchreihe Lola „Hier kommt Lola!“ von Isabel Abedi
 
„Hier kommt Lola“ ist ein schöner Film mit leisen Tönen, musikalisch und optisch gewürzt mit brasilianischem Samba.  Mit Franziska Buch eine Regisseurin und Mutter am Werk, deren Verständnis der Gefühlswelt der Kinder in jeder Szene sichtbar wird. Großartige schauspielerische Leistungen durch die tolle Besetzung, allen voran Meira Durand in der Rolle der 9jährigen Lola, aber auch die anderen Kinder überzeugen. Auch die Auswahl der DarstellerInnen für Lolas Eltern und Großeltern trägt die Handschrift der Produzentin Uschi Reich, die dem deutschen Kinderkinofilm Glanz und Klasse verliehen hat.
 
Gekonnt inszeniert wurden auch Lolas Fantasien. Hier bietet der Film wunderbare Umsetzungsmöglichkeiten für die Welt der Jacky Jones, in die Lola jede Nacht eintaucht, wenn sie nicht einschlafen kann. Meira Durand gelingt die Verkörperung der „Traumrolle“ ebenso eindrucksvoll. Es macht Spaß, ihr als singende „Rockröhre“ auf der Bühne zuzuschauen und ihren tollen Songs zuzuhören, und ebenso, sie auf der Suche nach ihrer "besten" Freundin.
 
Gerade in der Grundschule geht es bei Mädchen und Jungen stark um das Thema Freundschaft. Obwohl „Hier kommt Lola“ sicherlich vorrangig Mädchen anspricht, wäre die Entwicklung, die Lola im Film macht, auch vorbildlich für Jungen, die sich auch oft schwer tun, einen „echten“ Freund zu finden. Gerade deshalb hat der Film auch für Jungs viel zu bieten.
 
Lola ist ein 9-jähriger blonder Lockenschopf mit einer Schwäche für Mulla Hulla-Kaugummis, einer Frosch-Phobie und sehr viel Phantasie. Ihren brasilianischen Vater nennt sie „Papai“. Ihre Mutter wird „Vicky“ genannt und arbeitet als Krankenschwester. Zudem hat sie eine 80 Zentimeter große Tante namens Lisbeth, die kleine Nachzüglerin ihrer jungen Großeltern.
 
Doch Lolas Alltag ist nicht nur rosig. Sie wird wegen ihres dunkelhäutigen Vaters gemobbt – in dem vordergründig idyllischen Dorf namens „Plötze“. Aus diesem Grund zieht Lola mit ihrer Familie in die Großstadt Hamburg, in der auch die Großeltern Felix und Aurelia Jungherz leben, die eine Buchhandlung betreiben. Lolas Vater Fabio macht sich daran, gemeinsam mit seinem Schwiegervater ein brasilianisches Restaurant zu eröffnen.
 
Lola fällt der Start in der neuen Schule schwer. Neben ihr sitzt Flo, die entsetzlich nach Fisch stinkt. Die hübsche Annalisa dagegen, mit der Lola gerne befreundet sein möchte, hat nach einem ersten Besuch bei Lolas unkonventioneller Familie die Nase voll: Lolas Vater Fabio stürmt spärlich mit einem Handtuch bekleidet aus dem Bad, in dem er wegen einer kaputten Türklinke stundenlang eingesperrt war, es sind keine Bio-Äpfel im Haus und auf Omas Erdbeerkuchen reagiert sie allergisch. Annalisa interessiert sich weder für Lolas selbst gebaute Bühne, noch für ihr Superweltall-expressraumschiff. Sie will nur mit ihrer albernen Plastikpuppe Mini Mindy spielen, die  Lisbeth dann zu allem Überfluss verschluckt. Das war’s dann mit der der Freundschaftsanbahnung.
 
Auf einem Schulfest lassen die Kinder Luftballons mit Wunschzetteln in den Himmel steigen. Nach langem Warten erhält Lola Antwort auf ihren Luftballon-Brief. Ein Mädchen namens Stella Sommer wird zu ihrer Brieffreundin. Doch als Lola die Freundin kennen lernen will, erlebt sie eine Enttäuschung. Daraus lernt Lola, dass es nicht nur das Schicksal ist, das unsere Träume wirklich werden lässt oder nicht, sondern dass man eine ganze Menge selbst dazu beitragen kann. Das ist die positive Botschaft, die Lola ihren Zuschauern mit auf den Heimweg gibt.
 
Melanie und Laura* (14 Jahre alt) haben mich als "Vertreterinnen des jungen Publikums" - mit Insider-Kenntnissen der Lola-Bände - in die Preview begleitet. Obwohl sie nicht mehr in die vom Film überwiegend angesprochene Altergruppe fallen, waren sie besonders von Meira Durand alias Lola sehr begeistert. Auch Nora Tschirner als Lolas Mutter hat die volle Punktzahl auf der Sympathie-Skala bekommen. Melanie und Laura halten die Verfilumg des Buches für gelungen. Lolas Probleme und Gefühle wurden ihrer Meinung nach sehr überzeugend und lebensnah wiedergegeben. Aufgefallen sind ihnen auch die schönen Bilder, mit denen die Gefühle und Stimmungen der Kinder dargestellt werden.

(*Namen von der Redaktion geändert.)

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UF
 
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung: Constantin Film AG

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mit Regisseurin Franziska Buch

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