Weibliche spirituelle Wege
Vom 22. bis 24. März 2009 findet im wunderschönen Benediktushof in der Nähe von Würzburg das Symposion „Weibliche Spiritualität“ mit Beiträgen von spannenden VordenkerInnen statt.
Eine Leserin schrieb uns zum Interview mit Dr. Kirsten Armbruster - „Starke Mütter verändern die Welt“ - in unserer letzten Ausgabe: „Kirsten Armbruster ist wirklich klasse. Ich möchte sie gerne einmal kennen lernen.“
Eine Möglichkeit dazu bietet sich kurzfristig: Das Symposion „Weibliche Spiritualität“ auf dem Benediktushof in Holzkirchen. Das komplett renovierte Benediktinerkloster aus dem 8. Jahrhundert mit einer Rundkirche von Balthasar Neumann ist heute ein beliebtes Seminar- und Tagungszentrum. Der Benediktushof versteht sich auch als ein Ort der erneuernden gesellschaftlichen Kräfte.
Unter der Leitung von Beatrice Grimm und Willigis Jäger bietet das Symposion „Weibliche Spiritualität“ drei Tage gefüllt mit neuen Impulsen von spannenden Vordenkerinnen wie Dr. Kirsten Armbruster und inspirierenden Vertreterinnen aus matriarchalen Kulturen wie Dr. Malika Grasshoff.
Hintergrund und Ziel
Die Veranstalter beschreiben den Hintergrund des Symposions: „Unser Bewusstsein hat sich außerordentlich stark in das hineinentwickelt, was wir männliche Wesenszüge nennen: Unterscheidung, Logik, Abgrenzung, Durchsetzungsvermögen, Macht und Kampf. Das hat uns im Laufe der Evolution bei der Selbstbehauptung unter vielen bedrohlichen Konkurrenten geholfen. Heute ist es eher zur Bedrohung für unsere Spezies geworden. Die Zukunft der Menschheit hängt von der Erweiterung unseres Bewusstseins, unseres Mitgefühls, Wohlwollens und dem, was alle Religionen „Liebe“ nennen, ab. Es bedarf dringend der weiblichen Qualitäten, die in uns allen angelegt sind. Diese urmenschlichen Wesenszüge, wie Intuition, Fühlen, Erhalten, Tragen, Schauen, Empfinden, Zuwendung und Hingabe, sind gerade heute für Frau und Mann in gleicher Weise von Bedeutung. Das Symposion möchte durch Vorträge, Arbeitskreise und Feiern dazu beitragen, diese neu aufkommende Kraft in unser Bewusstsein zurückzuholen.“
Die noch bestehenden Matriarchate in China, Vietnam, Indien, Afrika oder Mexiko zeichnen sich dadurch aus, dass Sakrales und Profanes nicht getrennt sind. Seit Menschengedenken leben matriarchale Völker in Frieden. Sie schonen selbstverständlich die natürlichen Ressourcen und betrachten sich als Teil von Mutter Erde, der sie immer etwas geben, bevor sie von ihr nehmen. Die spirituelle Praxis spielt in den Ritualen und im Alltag eine große Rolle.
Spannende ReferentInnen
Als Referentin wird Dr. Malika Grasshoff mit großer Vorfreude erwartet. Sie ist in der „Großen Kabylei“, einer von Berbern besiedelten Region Algeriens geboren und in dieser matriarchalen Kultur aufgewachsen. Als junge Frau kam sie nach Europa, studierte und war an der Universität Bremen tätig. Sie ist mit einem deutschen Mann verheiratet. Malika Grasshoff möchte durch ihre Forschungsarbeit den Berberfrauen, deren Kultur durch die zahlreichen Kolonialisierungen verdrängt wurde, ihre ursprüngliche Bedeutung als pulsierender, lebensbejahender und kultureller Mittelpunkt wiedergeben. Die agile und engagierte Malika Grasshoff begeistert ihr Publikum mit ihrem lebendigen und gestenreichen Erzähltalent.
Eingeladen ist auch Kirsten Armbruster, die das innovative Buch „Starke Mütter verändern die Welt“ geschrieben hat. Sie beschreibt darin vor allem, was in modernen patriarchal geprägten Gesellschaften schief läuft. Am Benediktushof wird sie darüber sprechen, wie wir ein gutes Leben für alle erreichen können. Mit ihrem matriarchalen Wissen versucht sie, unkonventionelle Möglichkeiten in die Praxis umzusetzen - beispielsweise in der Gemeindepolitik ihres bayrischen Wohnorts. Als Familienfrau und Mutter doktert sie nicht an den „Symptomen eines maroden Systems“ herum, sondern fordert eine Veränderung der Welt, die dem Leben verpflichtet ist.
Eine weitere spannende Referentin ist Antoschka, die ehemalige Starclownin des Moskauer Staatszirkus. Sie verkörpert eine spirituelle Weiblichkeit. Ihre Kunst ist Poesie. Sie gehört zum „Club of Budapest“. Die sozial engagierte Künstlerin zeigt einen berührenden Film mit ihrem Freund Patch Adams über ihre Arbeit in Kabul mit Kindern, die Minenopfer geworden sind. Am Schluss des Symposions wird Antoschka eine Kostprobe ihrer Darstellungskunst als Clownin geben.
Dem Zusammenhang zwischen weiblicher Spiritualität und weiblicher Sexualität geht die Psychotherapeutin, Yoga- und Tantralehrerin Monika Fell-Hagen in ihrem interessanten Vortrag nach.
Weibliche Spiritualität spielt auch im Leben von Männern eine wichtige Rolle. Dr. Alexander Poraj führt aus, warum sich auch Männer diesem wichtigen Lebensbereich zuwenden sollten.
Ursula Pöppinghaus beschreibt anhand ihres ebensfadens ihre spirituelle Suche. Sie verbrachte einige Zeit in einem Kloster, das sie später wieder verließ. Ursula Pöppinghaus erzählt, was sie dort gesucht und gefunden hat.
Die Heilmusikerin Alev Nagiba Kowalzik bringt die nach vielen Vorträgen „rauchenden“ Köpfe der TeilnehmerInnen wieder in Balance mit Bauch und Herz.
Malika Grasshof, Kirsten Armbruster und Antoschka gestalten am Montagnachmittag Arbeitskreise zur Vertiefung.
UF
Fotos: Mit freundlicher Genehmigung: Benediktushof Holzkirchen
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